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Entropium bei Katzen und Hunden – Ursachen, Symptome und Behandlung

  • Autorenbild: Veteriner Hekim Ebru KARANFİL
    Veteriner Hekim Ebru KARANFİL
  • 24. Dez. 2025
  • 22 Min. Lesezeit

Was ist Entropium bei Katzen und Hunden?

Entropium ist eine Augenerkrankung, bei der sich das Augenlid nach innen wendet, wodurch Wimpern oder Haare um das Auge an der Hornhaut (der transparenten Schicht des Auges) reiben. Diese Erkrankung tritt insbesondere dann auf, wenn das Ober- oder Unterlid angeboren nach innen gewölbt ist und äußert sich in den meisten Fällen durch Schmerzen, Rötung, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und eine deutliche Sehverschlechterung. Bleibt sie lange unbehandelt, kann sie zu Hornhautgeschwüren, Narbenbildung und dauerhaftem Sehverlust führen.

Die Hauptursache für Entropium bei Katzen und Hunden ist die anatomische Einwärtskrümmung des Lidrandes. Dadurch wird der normale Lidschlussmechanismus gestört und ein ständiger mechanischer Druck auf die Augenoberfläche ausgeübt. Insbesondere ein unvollständiger Lidschluss oder eine übermäßige Kontraktion der Gesichtsmuskulatur erhöhen die Reibung an der Hornhaut. Diese Reibung verursacht mikroskopisch kleine Kratzer (Erosionen) auf der Augenoberfläche, die es Bakterien ermöglichen, sich leicht anzusiedeln und Sekundärinfektionen zu verursachen.

Entropium kann sowohl bei Jungtieren als auch bei ausgewachsenen Tieren auftreten. Bei Jungtieren besteht meist eine angeborene anatomische Veranlagung; bei ausgewachsenen Tieren kann es sich aufgrund altersbedingter Muskelschwäche, Verletzungen oder Infektionen entwickeln. Einige Rassen (wie Shar-Pei, Chow-Chow, Bernhardiner und Labrador Retriever sowie Perser- und Britisch-Kurzhaar-Katzen) sind aufgrund ihrer Gesichtszüge genetisch anfälliger für diese Erkrankung.

Diese Erkrankung kann ein oder beide Augenlider betreffen. Am häufigsten tritt das Einrollen des Unterlids nach innen auf. Bei manchen Rassen können jedoch sowohl das Ober- als auch das Unterlid betroffen sein. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer ständigen Reizung der Augenoberfläche, einer Verdickung der Hornhaut und einer dauerhaften Verfärbung (Keratitis pigmentosa). Dies beeinträchtigt das Sehvermögen des Tieres.

Klinische Anzeichen eines Entropiums sind morgens meist deutlicher zu erkennen, da die Augenlider nachts ständig aneinanderliegen. Das Tier blinzelt möglicherweise häufig, reibt sich mit der Pfote das Auge oder kneift es zusammen. Diese Verhaltensweisen sind oft frühe Anzeichen einer ernsthaften Augenerkrankung.


Entropion

Ursachen des Entropiums bei Katzen und Hunden (Genetische und erworbene Faktoren)

Sowohl genetische als auch erworbene (später auftretende) Faktoren spielen bei der Entstehung von Entropium eine Rolle. Daher ist das Verständnis der Krankheitsursache der wichtigste Schritt zur Festlegung des richtigen Behandlungsplans.

1. Genetische und erbliche Gründe

Manche Katzen- und Hunderassen neigen aufgrund ihrer Augen- und Gesichtsanatomie von Natur aus zu Entropium. Dies tritt besonders häufig bei Rassen mit kurzen Nasen (brachycephal) oder lockerer Haut auf.

  • Bei Hunderassen wie Shar-Pei, Chow-Chow, Bernhardiner, Rottweiler , Labrador Retriever, Golden Retriever, Cocker Spaniel und Akita Inu besteht eine sehr hohe genetische Veranlagung.

  • Bei Katzen: Kurznasige Katzen wie Perserkatzen, Himalayakatzen, Exotic Shorthairs und Britisch Kurzhaarkatzen haben ein erhöhtes erbliches Risiko, an Entropium zu erkranken.

Bei diesen Rassen sind die Augenlider im Verhältnis zur Oberfläche der Augenhöhle (Orbita) in der Regel locker und kleiner. Dies führt zu einer Schwächung des Stützgewebes des Augenlids und zu einer Einwärtsdrehung. Entropium tritt auch leicht bei Tieren mit genetisch bedingt niedrigem Muskeltonus am Lidrand auf.

2. Erworbene (später auftretende) Ursachen

Bei Katzen und Hunden ist erworbenes Entropium oft die Folge einer anderen Augenerkrankung oder eines Traumas. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Chronische Augenentzündung: Langfristige Entzündungen wie Bindehautentzündung, Lidrandentzündung oder Hornhautentzündung können zu Narbenbildung (Wundgewebe) an den Augenlidern führen. Dies beeinträchtigt die normale Position des Augenlids.

  • Augenverletzungen: Besonders häufig bei streunenden Tieren können Kratzer oder Schläge dazu führen, dass sich das Augenlid während der Wundheilung nach innen wendet.

  • Muskelatrophie: Bei älteren Tieren führt eine Schwächung der Gesichtsmuskulatur oder Gewichtsverlust zu einer Lockerung des Stützgewebes des Augenlids.

  • Übermäßige Tränenproduktion und Reibung: Ständiges Tränen und Reiben aufgrund verstopfter Tränenkanäle oder Allergien können dazu führen, dass sich das Augenlid nach innen wendet.

  • Übermäßige Haut: Besonders bei Rassen mit viel Gesichtshaut wie dem Shar-Pei kann das Gewicht der Gesichtshaut die Augenlider nach unten und innen ziehen.

3. Sekundäres Entropium

In manchen Fällen entsteht ein Entropium durch eine reflexartige Kontraktion der Augenlider aufgrund von Schmerzen, die durch ein Hornhautgeschwür oder einen Fremdkörper verursacht werden. Dies wird als spastisches Entropium bezeichnet. Es bildet sich in der Regel spontan zurück, sobald die Schmerzursache beseitigt ist; in längerfristigen Fällen kann es jedoch dauerhaft bestehen bleiben.

4. Risikofaktoren

  • Anomalien der Gesichtsanatomie (insbesondere bei Ethnien mit kurzen Nasen)

  • Erbliche Muskelschwäche

  • Anfälligkeit für Augeninfektionen

  • Chronische Reizungen und Allergien

  • Alterung und abnehmende Gewebeelastizität

Die Ursachen des Entropiums können komplex sein; oft spielen neben einer genetischen Veranlagung auch Umweltfaktoren eine Rolle. Daher sind sowohl die Rassewahl als auch regelmäßige Augenuntersuchungen ab dem Welpenalter von großer Bedeutung. Eine frühzeitige Diagnose kann einen chirurgischen Eingriff in fortgeschrittenen Stadien vermeiden oder zumindest den Schaden begrenzen.


Entropiumoperation

Entropium: Symptome und klinische Befunde bei Katzen und Hunden

Die Früherkennung von Entropium ist für eine erfolgreiche Behandlung entscheidend. Typische Symptome sind zunächst Beschwerden im Auge, Tränenfluss, Schmerzen und häufiges Blinzeln. In späteren Stadien kann sich die Erkrankung jedoch verschlimmern und zu dauerhaften Schäden führen.

Eines der häufigsten Symptome ist Epiphora , also übermäßiger Tränenfluss. Durch das Einwärtsdrehen des Augenlids reiben die Wimpern ständig an der Hornhaut, und diese mechanische Reizung führt zu einer Überproduktion der Tränendrüsen. Das Tier blinzelt ständig, kneift die Augen zusammen und versucht manchmal, sich mit der Pfote das Auge zu reiben. Dieses Verhalten ist in der Regel ein deutliches Anzeichen für Augenschmerzen.

Lichtscheu ( Photophobie ) ist ebenfalls ein häufiges Symptom. Katzen und Hunde mit Entropium fühlen sich bei hellem Licht, insbesondere tagsüber, besonders unwohl und reagieren mit Blinzeln oder Augenschließen. Mit fortschreitender Reizung der Augenoberfläche verstärkt sich die Bindehautrötung (Hyperämie) . Diese entsteht durch die Erweiterung der Blutgefäße in der äußeren Augenschicht und kann ein Anzeichen für eine Infektion sein.

Längerer Druck auf die Hornhaut kann zu einem Hornhautgeschwür (Gewebeerosion) führen. Trübungen, Verfärbungen oder weißliche Flecken können im betroffenen Auge sichtbar sein. In fortgeschrittenen Stadien entwickelt sich eine Keratitis pigmentosa (Ablagerung dunkler Pigmente auf der Hornhautoberfläche). Diese verengt das Gesichtsfeld und kann unbehandelt zu dauerhaftem Sehverlust führen.

Bei manchen Tieren kommt es zu Verdickungen, Verkrustungen oder vermehrtem Ausfluss am äußeren Augenlid. Entzündliche Flüssigkeiten (schleimig-eitrige Absonderungen) deuten besonders auf chronische Reizung hin. Bei Katzen kann dies häufig zum vollständigen Schließen des Auges führen.

Verhaltenssymptome liefern ebenfalls wichtige Hinweise für die Diagnose. Tiere mit Entropium reiben sich oft die Augen mit den Pfoten, halten den Kopf schief, vermeiden beim Spielen Augenkontakt und wirken allgemein unruhig. Schmerzen und Unwohlsein können sich auch durch Appetitlosigkeit oder allgemeines Unwohlsein äußern.

Im Frühstadium können die Symptome verschwinden und zeitweise wieder auftreten, was auf eine Chronifizierung der Erkrankung hindeutet. Eine Diagnose allein anhand oberflächlicher Symptome ist ohne klinische Untersuchung nicht möglich, da Entropium mit anderen Augenerkrankungen wie Bindehautentzündung oder Blepharitis verwechselt werden kann.

Wenn Sie also wiederkehrende Rötungen um die Augen, ständigen Tränenfluss oder häufiges Blinzeln bemerken, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Selbst mikroskopisch kleine Augenschäden können sich innerhalb weniger Tage zu dauerhaften Schäden entwickeln.

Wie wird Entropium bei Katzen und Hunden diagnostiziert?

Entropium wird üblicherweise durch eine körperliche Untersuchung diagnostiziert; für eine genaue Diagnose ist jedoch eine sorgfältige klinische Beurteilung erforderlich. Der Tierarzt untersucht zunächst die allgemeine Augenanatomie des Tieres, die Lidstellung und den Kontakt der Wimpern mit der Hornhaut. Bei der Untersuchung ist oft deutlich zu erkennen, dass die Lider nach innen gedreht sind und die Wimpern oder Haare die Hornhautoberfläche berühren.

1. Körperliche Augenuntersuchung

Der Tierarzt beurteilt die Struktur und Elastizität des Augenlids. Die Tendenz des Augenlids, nach außen gezogen in seine Ausgangsposition zurückzukehren, gibt Aufschluss über den Grad des Entropiums. Die Hautstruktur um das Auge, der Tonus der Gesichtsmuskulatur und eventuelle Asymmetrien werden sorgfältig untersucht.

2. Fluoreszenzfarbstofftest

Fluorescein wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf Ulzerationen oder Erosionen der Hornhautoberfläche besteht. Bei diesem Test wird ein spezieller Farbstoff ins Auge getropft, und unter UV-Licht werden die geschädigten Bereiche der Hornhautoberfläche grün sichtbar. Diese Methode ist von großer Bedeutung, um das Ausmaß der Beeinträchtigung der Hornhautintegrität durch das Entropium zu beurteilen.

3. Gewaltbewertung

Entropium wird in leicht, mittelgradig oder schwer eingeteilt.

  • In leichten Fällen kommen nur bestimmte Wimpern mit der Hornhaut in Kontakt.

  • In mittelschweren Fällen ist der Lidrand größtenteils nach innen gekrümmt, und die Tränensekretion ist ausgeprägt.

  • In schweren Fällen reiben die Wimpern ständig an der Hornhaut, was zu Geschwüren und Pigmentstörungen führt.

Der Tierarzt entscheidet anhand des Schweregrades der Erkrankung, ob eine Operation notwendig ist. Während leichte Fälle mit provisorischen Nähten (temporärer Fixierung) oder Augensalben stabilisiert werden können, erfordern fortgeschrittene Fälle einen dauerhaften chirurgischen Eingriff.

4. Rassen- und Genanalyse

Bei manchen Rassen ist Entropium erblich bedingt, daher wird bei der Diagnose stets die Rassegeschichte erfragt. Das Auftreten ähnlicher Probleme in derselben Welpengruppe deutet auf eine erbliche Veranlagung hin.

5. Differenzialdiagnose sekundärer Faktoren

Der Tierarzt unterscheidet zwischen spastischem (reflexartige Muskelkontraktion aufgrund von Schmerzen) und anatomischem (dauerhaftem strukturellem) Entropium. Da spastisches Entropium häufig als Folge einer anderen Augenerkrankung auftritt, ist die Identifizierung der zugrunde liegenden Ursache für eine erfolgreiche Behandlung unerlässlich.

6. Foto- und Videoaufnahmen

Manche Kliniken dokumentieren den Krankheitsverlauf bevorzugt durch hochauflösende Fotos des Auges während der Diagnosestellung. Diese Aufnahmen sind auch bei der Überwachung der postoperativen Genesung von großem Vorteil.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Diagnose eines Entropiums nicht nur anhand der Einwärtsdrehung des Augenlids, sondern auch in Verbindung mit dem Zustand der Augenoberfläche erfolgen sollte. Eine frühzeitige Diagnose kann die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs verringern und einen dauerhaften Sehverlust verhindern.

Entropium bei Katzen und Hunden

Die Rolle der Augenstruktur und rassischer Prädispositionen beim Entropium (Tabelle)

Die Anatomie des Auges, die Struktur der Gesichtsmuskulatur und die Hautelastizität spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Entropium bei Katzen und Hunden. Insbesondere weisen manche Rassen genetisch bedingt schwaches Stützgewebe für das Augenlid oder ein ungünstiges Verhältnis zwischen Augenhöhle und Augenlid auf. In diesem Fall faltet sich das Augenlid allmählich nach innen und berührt schließlich die Hornhaut.

Bei Hunden können je nach Nasenstruktur, Tiefe der Augenhöhle und Lidlänge verschiedene Formen des Entropiums auftreten. Bei Rassen mit lockerer Gesichtshaut führt das durch die Schwerkraft bedingte Absinken der Haut dazu, dass sich das Lid nach innen wendet. Bei Rassen wie dem Shar-Pei ist der Hautüberschuss so ausgeprägt, dass sich ein Entropium bereits in jungen Jahren entwickeln kann.

Bei Katzen hängt das Problem in der Regel mit der Nasenstruktur und der Augenform zusammen. Bei kurznasigen (brachycephalen) Rassen wie Perserkatzen und Exotic Shorthair ist die Augenhöhle flacher, wodurch die normale anatomische Position der Augenlider beeinträchtigt wird. Die leichte Vorverlagerung des Augapfels führt außerdem dazu, dass die Lidränder die Hornhaut berühren.

Bei manchen Katzen und Hunden kann Entropium auch als Folge von Reflexkontraktionen auftreten, die dem Schutz der Augenoberfläche dienen. Dies kommt besonders häufig bei Tieren mit Reizungen oder chronischen Allergien vor. Neben anatomischen Faktoren ist das Risiko auch bei Tieren mit schwachem Muskeltonus erhöht.

Die folgende Tabelle fasst die Katzen- und Hunderassen zusammen, die am anfälligsten für Entropium sind, sowie die Gründe dafür:

Typ

Rennname

Grund für die Veranlagung

Risikostufe

Hund

Shar-Pei

Überschüssige Haut, schlaffe Gesichtshaut.

Sehr hoch

Hund

Erblich bedingte Laxität, kurze Nasenstruktur.

Sehr hoch

Hund

Sankt Bernhard

Dicke Haut, große Augenhöhlen

Hoch

Hund

Labrador Retriever

Schwache Deckung

Mitte

Hund

Cocker Spaniel

Genetische Veranlagung

Mitte

Hund

Erbliche Veranlagung, ernste Persönlichkeit.

Hoch

Katze

persisch

Flache Augenhöhlen, kurze Nasenstruktur.

Sehr hoch

Katze

Exotic Shorthair

Brachycephale Gesichtsanatomie

Sehr hoch

Katze

Britisch Kurzhaar

Schwache Lidstütze.

Mitte

Katze

Himalaya-

Genetische Veranlagung, kurze und breite Nase.

Hoch

Die frühzeitige Diagnose von Entropium bei Tieren mit rassebedingter Veranlagung ist entscheidend, um Hornhautgeschwüre im späteren Leben zu verhindern. Regelmäßige Augenuntersuchungen, insbesondere ab dem Welpenalter, tragen dazu bei, diese Erkrankung unter Kontrolle zu halten.

Stadien und Arten des Entropiums bei Katzen und Hunden

Entropium ist keine einheitliche Erkrankung, sondern tritt in verschiedenen klinischen Formen auf. Jede Form wird nach dem betroffenen Bereich des Augenlids, der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad klassifiziert. Um den richtigen Behandlungsplan zu entwickeln, müssen Tierärzte Art und Stadium des Entropiums bestimmen.

1. Stadieneinteilung (Klassifizierung nach Schweregrad)

a) Leichtes Stadium: Nur ein kleiner Teil des Augenlids ist nach innen gefaltet. Meist berühren einige Wimpern die Hornhaut. Die Symptome sind in diesem Stadium mild: tränende Augen, Blinzeln und leichte Rötung. Oftmals lassen sie sich mit vorübergehenden Stichen oder Augensalben behandeln.

b) Mittleres Stadium: Ein erheblicher Teil des Augenlids ist nach innen gekrümmt, und die Wimpern reizen die Hornhaut ständig. Es entwickeln sich leichte Geschwüre und Schmerzen auf der Augenoberfläche. In diesem Stadium kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

c) Schweres Stadium: Fast das gesamte Augenlid ist nach innen gewölbt. Durch die ständige Reibung der Wimpern an der Hornhaut entstehen Hornhautgeschwüre, Pigmentveränderungen und eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung. In diesem Fall ist eine dauerhafte Operation die einzige Lösung.

2. Typen nach anatomischer Lage

a) Oberlid-Entropium (superiores Entropium): Hierbei handelt es sich um eine Einwärtsstülpung des Oberlids. Es tritt häufiger bei Katzen auf und verursacht Reizungen und Schmerzen im oberen Bereich der Hornhaut.

b) Entropium des Unterlids (alternierendes Entropium): Dies ist die häufigste Form. Sie tritt besonders häufig bei Hunden auf. Die Wimpern des Unterlids reizen die Hornhaut ständig und können langfristig zu einer Pigmentkeratitis führen.

c) Mediales Entropium: Es entsteht im inneren Augenwinkel (nahe der Nase). Es tritt auf, wenn Haare in diesem Bereich mit der Hornhaut in Kontakt kommen. Es ist häufig bei einigen brachycephalen Rassen zu beobachten.

d) Laterales Entropium: Tritt am äußeren Augenwinkel auf. Es entwickelt sich üblicherweise bei großen Hunderassen oder infolge eines Traumas.

e) Spastisches (Reflex-)Entropium: Dieses entsteht vorübergehend als Folge von reflektorischen Muskelkontraktionen aufgrund von Schmerzen oder Reizungen, ohne dass eine zugrunde liegende anatomische Anomalie vorliegt. Es bildet sich in der Regel spontan zurück, sobald die Schmerzursache beseitigt ist.

3. Typen gemäß dem klinischen Verlauf

  • Hereditäres (angeborenes) Entropium: Von Geburt an vorhanden, meist im Kindesalter erkennbar.

  • Erworbenes (spät einsetzendes) Entropium: Tritt aufgrund von Infektionen, Traumata oder Alterung auf.

  • Sekundäres Entropium: Entwickelt sich als Folge einer anderen Augenerkrankung (z. B. Ulkus, Konjunktivitis).

Art und Stadium des Entropiums bestimmen die Grundlage der Behandlungsstrategie. Bei leichten spastischen Formen kann beispielsweise der Erhalt der Augenoberfläche ausreichend sein, während bei schweren, erblichen Formen eine operative Korrektur unumgänglich ist. Daher beeinflusst die klinische Klassifizierung nicht nur den Schweregrad der Erkrankung, sondern auch das Behandlungsprotokoll.

Entropium bei Katzen und Hunden

Behandlungsmethoden für Entropium bei Katzen und Hunden (Chirurgische und medikamentöse Ansätze)

Ziel der Entropium-Behandlung ist es, das Augenlid in seine normale anatomische Position zurückzubringen und die Hornhaut vor ständiger Reibung zu schützen. Der Behandlungsplan richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, der zugrunde liegenden Ursache und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres.

1. Medizinischer (medikamentöser) Behandlungsansatz

Es dient der Linderung von Symptomen in leichten Fällen oder in der Zeit vor einem chirurgischen Eingriff. Diese Behandlung bietet keine dauerhafte Lösung, reduziert aber Schmerzen und Entzündungen.

  • Augensalben und künstliche Tränen: Sie helfen, die Hornhautoberfläche feucht zu halten und Reizungen durch Reibung zu reduzieren.

  • Antibiotische Augentropfen: Beseitigen das Risiko einer sekundären bakteriellen Infektion.

  • Entzündungshemmende Medikamente: Reduzieren Schwellungen und Rötungen der Augen.

  • Vorübergehende Augenlidmassage oder Verbandskontaktlinse: Kann helfen, das Augenlidgewebe vorübergehend in einer nach außen gerichteten Position zu halten.

Diese Methoden sind besonders wirksam bei spastischem (Reflex-)Entropium ; das Augenlid kehrt in der Regel in seine normale Position zurück, sobald die Schmerzursache beseitigt ist. Bei Entropium aufgrund erblicher oder anatomischer Anomalien spielt die medikamentöse Behandlung jedoch lediglich eine unterstützende Rolle.

2. Chirurgische Behandlungsmethoden

Ein chirurgischer Eingriff ist die dauerhafte Lösung bei Entropium. Bei dieser Operation wird die anatomische Position des Augenlids korrigiert und die Hornhaut vom Kontakt mit den Wimpern entlastet.

Die am häufigsten verwendeten Techniken sind:

a) Die Hotz-Celsus-Methode

Dies ist die am häufigsten angewandte Operationstechnik. Ein dünner Hautstreifen wird vom äußeren Lidrand entfernt, und die Schnittlinie wird vernäht, wodurch das Lid nach außen gezogen wird. So kann der Lidrand in seine normale Position zurückkehren. Der Vorteil liegt in dem dauerhaften Ergebnis und dem Erhalt des ästhetischen Erscheinungsbildes.

b) Wyman-Methode

Diese Methode wird am häufigsten bei medialem Entropium (Entropium im inneren Augenwinkel) angewendet. Dabei wird ein spezieller Schnitt an der Innenseite des Augenlids vorgenommen, um zu verhindern, dass die Haare mit der Hornhaut in Berührung kommen.

c) Hefttechnik (vorübergehende Naht)

Diese Methode wird bei Jungtieren oder bei vorübergehendem spastischem Entropium angewendet. Das Augenlid wird mit temporären Nähten nach außen gestülpt. Mit zunehmendem Wachstum des Tieres oder der Stärkung seiner Muskulatur kehrt das Augenlid oft in seine normale Position zurück.

d) Reparatur der Reduzierkappe

In schweren Fällen wird überschüssiges Lidgewebe entfernt und die Partie neu geformt. Dieses Verfahren wird besonders bei Rassen mit überschüssiger Haut, wie beispielsweise dem Shar-Pei, angewendet.

3. Zu berücksichtigende Aspekte bei der Wahl der Behandlungsmethode

  • Alter des Tieres: Bei Jungtieren werden temporäre Nähte bevorzugt, während bei erwachsenen Tieren eine dauerhafte Operation durchgeführt wird.

  • Krankheitsart : Bei erblicher oder anatomischer Entropium ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

  • Zustand der Hornhaut : Sollten Geschwüre oder Infektionen vorliegen, müssen diese Probleme vor der Operation behandelt werden.

  • Allgemeiner Gesundheitszustand : Die Operation sollte unter Berücksichtigung der Risiken von Sedierung und Anästhesie geplant werden.

Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens von Entropium nach der Operation ist gering, jedoch kann es bei falscher Nahtrichtung oder unzureichender Korrektur zu einem „Restentropium“ kommen. Daher ist es wichtig, dass die Operation von erfahrenen Tierchirurgen durchgeführt wird.

Nachsorge und Genesungsprozess nach der Operation

Die Nachsorge ist die entscheidendste Phase für den langfristigen Erfolg der Behandlung. In der postoperativen Phase ist es notwendig, sowohl die Augenoberfläche zu schützen als auch die Nahtstelle vor Infektionen zu bewahren.

1. Die ersten 48 Stunden nach der Operation

Leichte Schwellungen und Rötungen um die Augen sind nach der Operation normal. Der Tierarzt wird in der Regel folgende Medikamente verschreiben:

  • Antibiotische Augentropfen oder -salbe: Verringert das Infektionsrisiko.

  • Entzündungshemmende Medikamente: Reduzieren Schwellungen und Schmerzen.

  • Kragen (Elizabethanischer Kragen): Dieser ist unerlässlich, um zu verhindern, dass das Tier die Nahtstelle mit seinen Pfoten aufkratzt.

Es ist normal, dass sich das Tier in dieser Zeit häufig die Augen reibt, dies sollte jedoch keinesfalls gestört werden. Das Öffnen der Schädelnähte kann zu einem erneuten Entropium führen.

2. Erholungsphase (3–10 Tage)

Die Fäden werden in der Regel nach 7 bis 10 Tagen entfernt. Während dieser Zeit sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • Augenreinigung: Diese sollte mehrmals täglich vorsichtig mit steriler Gaze und einer vom Tierarzt empfohlenen Lösung durchgeführt werden.

  • Feuchtigkeitsspendende Augentropfen: Sollten regelmäßig angewendet werden, um ein Austrocknen der Augenpartie zu verhindern.

  • Überwachung des Tränenflusses: Bei übermäßigem Ausfluss oder Eiterbildung sollte die Möglichkeit einer Infektion in Betracht gezogen werden.

Innerhalb der ersten 10 Tage nach der Operation ist eine deutliche Verbesserung der Hornhautoberfläche und eine Linderung der Augenbeschwerden zu beobachten. Direkte Sonneneinstrahlung und staubige Umgebungen sollten in diesem Zeitraum jedoch vermieden werden.

3. Langfristige Kontrolle und Überwachung

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen werden für einen Monat nach der Operation empfohlen. Bei diesen Untersuchungen werden die Lidstellung, der Zustand der Hornhaut und der Tränenfluss beurteilt.

  • Bei wiederkehrender Augenreizung oder Tränenfluss sollte eine Restentropie oder eine Überkorrektur (Ektropium) in Betracht gezogen werden.

  • Bei älteren Tieren oder solchen mit überschüssiger Haut kann ein zweiter Korrektureingriff erforderlich sein.

4. Worauf Eigentümer achten sollten

  • Die Augenpartie des Tieres darf niemals abgewischt oder berührt werden.

  • Die verschriebenen Tropfen und Salben sollten in der richtigen Dosierung und zum richtigen Zeitpunkt angewendet werden.

  • Bei Verdachtsfällen (erneutes Schließen des Auges, eitriger Ausfluss, sich lösende Nähte) sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden.

  • Auch nach vollständiger Genesung ist eine Augenuntersuchung mindestens einmal jährlich wirksam, um ein erneutes Auftreten des Entropiums zu verhindern.

Bei adäquater Nachsorge liegt die Erfolgsrate bei über 95 %. Die Sehqualität von Katzen und Hunden wird schnell wiederhergestellt, und die Augenstruktur kehrt in ihre natürliche Position zurück. Dies bedeutet sowohl ein angenehmes Leben als auch langfristigen Schutz der Augengesundheit.


Was passiert bei Nichtbehandlung? Langzeitkomplikationen

Wird das Entropium nicht behandelt, können Reizungen und Reibung im Auge mit der Zeit zu irreversiblen Schäden führen. Was anfänglich wie ein leichtes Unbehagen erscheint, kann im späteren Verlauf zu einer ernsthaften Sehbeeinträchtigung führen.

Eine der häufigsten Komplikationen ist die Hornhautgeschwürbildung. Der ständige Kontakt von Wimpern oder Haaren mit der Hornhaut führt dazu, dass sich mikroskopisch kleine Kratzer vertiefen und zu Geschwüren führen. Infizieren sich diese Geschwüre mit Bakterien, schreiten sie schnell fort und können eine Hornhautperforation verursachen. Bei einer Perforation tritt Augenflüssigkeit aus und gefährdet die Integrität des Auges – ein Zustand, der einen Notfalleingriff erfordert.

Anhaltende Reizung kann zur Bildung einer Pigmentkeratitis (Pigmentablagerungen auf der Hornhautoberfläche) führen. Dies hat eine dauerhafte Verdunkelung der transparenten Schicht des Auges zur Folge. Anfangs nur an den Rändern auftretend, kann sich diese Pigmentablagerung schließlich auf das gesamte Gesichtsfeld ausbreiten. Selbst wenn das Tier Licht noch wahrnehmen kann, verliert es die Fähigkeit, Details zu sehen.

Unbehandeltes Entropium führt häufig zu sekundärer Konjunktivitis und Blepharitis (Lidentzündung) . Diese äußert sich durch Verdickung, Verkrustung, eitrigen Ausfluss und anhaltenden Juckreiz um das Auge. Chronische Entzündungen beeinträchtigen die Funktion der Meibom-Drüsen am Lidrand und stören dauerhaft den Tränenhaushalt.

In schweren und lang anhaltenden Fällen kann sich eine Keratokonjunktivitis sicca (Syndrom des trockenen Auges) entwickeln. Dabei nimmt die Tränenproduktion ab, wodurch die Hornhautoberfläche anfällig wird. Das Auge ist ständig trocken und trüb, und das Tier leidet unter starken Schmerzen.

Bei manchen Patienten treten aufgrund anhaltender Schmerzen und Beschwerden Verhaltensänderungen auf. Das Tier kneift möglicherweise die Augen zusammen, spielt nicht mehr, senkt den Kopf oder stößt gegen seine Umgebung. Diese Verhaltensweisen deuten in der Regel auf einen fortschreitenden Sehverlust hin.

Unbehandeltes Entropium führt außerdem zur Bildung von dauerhaftem Narbengewebe (Fibrose) . Dieses Narbengewebe kann den Erfolg zukünftiger Operationen beeinträchtigen, da die normale Gewebestruktur nicht wiederhergestellt werden kann. Daher erzielen frühzeitig durchgeführte Operationen deutlich bessere Ergebnisse als spätere.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Entropium nicht nur ein kosmetisches Problem darstellt. Unbehandelt kann es sowohl zur Erblindung als auch zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität des Tieres führen. Daher sollten selbst leichte Symptome der Erkrankung nicht ignoriert werden.

Die Bedeutung der Vorbeugung und Früherkennung von Entropium bei Katzen und Hunden

Obwohl eine vollständige Vorbeugung von Entropium nicht immer möglich ist, können eine frühzeitige Diagnose und regelmäßige Augenuntersuchungen schwerwiegende Komplikationen verhindern. Insbesondere bei ethnischen Gruppen mit einer genetischen Veranlagung lässt sich diese Erkrankung durch eine sachkundige Beratung und regelmäßige Nachsorge gut kontrollieren.

1. Augenuntersuchungen im Welpenalter

Bei Katzen und Hunden verläuft die Augenentwicklung in den ersten drei bis sechs Lebensmonaten am schnellsten. Regelmäßige Augenuntersuchungen durch einen Tierarzt in dieser Zeit ermöglichen die Früherkennung eines angeborenen Entropiums. Leichte Fälle von Entropium bei Kätzchen können in der Regel mit vorübergehenden Nähten korrigiert und behoben werden, bevor sich eine dauerhafte Fehlstellung entwickelt.

2. Bewusstsein für rassistische Risiken

Besitzer von Rassen wie Shar-Pei, Chow-Chow, Rottweiler, Bernhardiner, Perser und Exotic Shorthair sollten besonders wachsam gegenüber dieser Krankheit sein. Regelmäßige jährliche Untersuchungen sind bei diesen Rassen unerlässlich, um Entropium im Frühstadium zu erkennen. Züchter sollten zudem die Verpaarung von Tieren mit einer genetischen Veranlagung für die Krankheit vermeiden, um deren Weitergabe an zukünftige Generationen zu verhindern.

3. Augenhygiene und Umweltfaktoren

Tiere, die in staubiger, windiger oder chemisch belasteter Umgebung leben, leiden häufiger unter Augenreizungen. Diese Reizung kann mit der Zeit zu reflektorischen Muskelkontraktionen und spastischem Entropium führen. Daher ist die regelmäßige Reinigung der Augenpartie und das Vermeiden längerer Aufenthalte in verschmutzten Umgebungen notwendig.

4. Schnelle Behandlung von Allergien und Infektionen

Chronische Bindehautentzündung oder allergische Reaktionen können die Lidstruktur schädigen. In solchen Fällen erhöht eine verzögerte Behandlung das Risiko eines Entropiums. Bei anhaltender Rötung, Ausfluss oder Juckreiz im Auge ist der Besuch beim Tierarzt ratsam.

5. Regelmäßige Augenuntersuchungen

Der Tonus der Augenlidmuskulatur nimmt ab, insbesondere bei älteren Tieren, wodurch das Risiko für die Entwicklung eines Entropiums steigt. Jährliche Augenuntersuchungen ermöglichen die Früherkennung dieser Veränderungen. Darüber hinaus verringern Nachuntersuchungen nach einer Operation das Risiko eines erneuten Auftretens.

6. Bewusstsein für Eigentumsverhältnisse und entsprechende Schulungen

Die Früherkennung von Entropium-Symptomen hängt oft von der Beobachtung des Tierhalters ab. Häufiges Blinzeln, tränende Augen, das geschlossene Auge oder das Berühren des Auges mit der Pfote sollten immer ernst genommen werden. Diese Symptome dürfen nicht mit harmlosen Ursachen wie „saisonalen Allergien“ oder „Staub im Auge“ verwechselt werden.

7. Präventive chirurgische Intervention

Bei manchen Rassen (z. B. Shar-Pei-Welpen) kann in jungen Jahren eine temporäre Naht durchgeführt werden, um das Fortschreiten des Entropiums zu verhindern. Dieses Verfahren hilft dem Augenlid, während des Wachstumsprozesses in der richtigen Position zu bleiben.

Wird Entropium frühzeitig diagnostiziert, lässt es sich oft ohne Operation korrigieren. Dies erhält die Lebensqualität des Tieres und beugt dauerhaften Sehschäden vor. Augenkrankheiten verlaufen häufig unbemerkt; daher ist ein abwartendes Vorgehen bei Entropium die riskanteste Vorgehensweise.

Jeder rechtzeitig erkannte Fall von Entropium kann eine mögliche Erblindung verhindern. Daher sollten sowohl Tierhalter als auch Tierärzte regelmäßige Augenuntersuchungen zu einem festen Bestandteil ihrer Pflegeroutine machen.


Entropium bei Katzen und Hunden

Tipps zur Augenpflege, zum Augenschutz und zur Augenhygiene zu Hause

Die Behandlung des Entropiums beschränkt sich nicht allein auf klinische Eingriffe. Der Erfolg einer chirurgischen oder medikamentösen Therapie hängt maßgeblich von der Qualität der häuslichen Pflege ab. Da die Augengesundheit empfindlich ist, kann die Erkrankung erneut auftreten, wenn regelmäßige Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen nicht eingehalten werden.

1. Etablierung einer Augenreinigungsroutine

Der erste Schritt der Augenpflege zu Hause ist die regelmäßige Reinigung der Augenpartie. Wischen Sie täglich vorsichtig eventuelle Ausflüsse aus den Augenwinkeln mit einem sterilen, weichen Gaze- oder Wattepad ab. Sterile Kochsalzlösung, wie von Ihrem Tierarzt empfohlen, ist hierfür die sicherste Option. Leitungswasser sollte nicht verwendet werden, da dessen Mineralgehalt die Hornhaut reizen kann.

Reinigen Sie das Auge, indem Sie es sanft von außen nach innen in einer einzigen Bewegung abwischen, ohne Druck auszuüben. Verwenden Sie für jedes Auge ein separates Tuch, um eine Ausbreitung der Infektion auf das andere Auge zu verhindern. Führen Sie diese Reinigung zweimal täglich durch, morgens und abends.

2. Die Haare um die Augen herum stutzen.

Langes Haar erhöht bei Entropium das Risiko von Reibung an den Augen. Daher muss das Haar, insbesondere um die Augen herum, regelmäßig gekürzt werden. Dies sollte jedoch unter tierärztlicher Aufsicht oder von professionellen Hundefriseuren erfolgen, nicht mit Schere oder Rasiermesser. Falsches Kürzen kann den Lidrand reizen.

3. Umwelthygiene und Staubbekämpfung

Staubige, verrauchte oder chemisch riechende Umgebungen können Augenreizungen verschlimmern. Rauchen sollte in Innenräumen vermieden und Reinigungsmittel nicht im Umfeld des Haustiers verwendet werden. Klimaanlagenfilter und Lufterfrischer sollten regelmäßig gewechselt werden; Bettwäsche, Decken und Spielzeug sollten häufig gewaschen werden.

4. Vitamin- und Omega-3-Präparate

Omega-3-Fettsäuren halten die Augenoberfläche feucht und reduzieren Entzündungen. Diese von Tierärzten empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel (insbesondere Fischöl oder Leinöl) unterstützen die Augengesundheit. Auch Vitamin-A-reiche Lebensmittel tragen zur Regeneration des Hornhautepithels bei.

5. Regelmäßige Anwendung von Augentropfen

Vom Tierarzt verschriebene Augentropfen oder -salben sollten in der angegebenen Dosierung und Dosierung angewendet werden. Achten Sie beim Auftragen der Augentropfen auf saubere Hände und vermeiden Sie, dass die Tropferspitze mit dem Auge in Berührung kommt. Die Tropfen werden in der Regel 10–14 Tage lang angewendet; eine Verkürzung oder Verlängerung dieses Zeitraums sollte nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt erfolgen.

6. Die Verwendung des elisabethanischen Kragens

Nach der Operation sollte ein Halskragen (Schutzkragen) angelegt werden, um zu verhindern, dass sich das Tier mit den Pfoten am Auge kratzt. Dadurch wird ein Aufreißen der Nähte und eine erneute Reizung der Augenoberfläche vermieden.

Ein wichtiger Bestandteil der Pflege zu Hause ist die Beobachtung. Wenn das Tier ständig die Augen zusammenkneift, vermehrt Tränenfluss hat oder sich die Farbe des Ausflusses verändert, ist davon auszugehen, dass die Erkrankung erneut aufgetreten ist. Bei Auftreten solcher Symptome muss ein Tierarzt kontaktiert werden.

8. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sollten nicht vernachlässigt werden.

Nachuntersuchungen sollten im ersten Monat nach der Operation sowie nach 3 und 6 Monaten erfolgen. Bei diesen Untersuchungen werden die Lidstellung, die Hornhautgesundheit und der Tränenfluss beurteilt.

Die häusliche Pflege ist die wirksamste Methode, um ein erneutes Auftreten von Entropium zu verhindern. Hygiene, Ernährung und Umweltfaktoren sind entscheidend für die langfristige Erhaltung der Augengesundheit.

Ähnlichkeiten und Unterschiede im Entropium zwischen Katzen, Hunden und Menschen

Entropium ist eine Lidfehlstellung, die sowohl bei Tieren als auch bei Menschen auftreten kann. Die Pathophysiologie unterscheidet sich bei Katzen und Hunden jedoch aufgrund anatomischer Unterschiede in einigen wichtigen Aspekten von der beim Menschen. Das Verständnis dieser Unterschiede trägt dazu bei, zu erklären, warum die Erkrankung bei Tieren häufiger vorkommt.

1. Anatomische Ähnlichkeiten

Der Grundaufbau der menschlichen und tierischen Augenlider ist ähnlich: außen Haut, dazwischen eine Muskelschicht (Musculus orbicularis oculi) und innen eine Schleimhautschicht (Bindehaut). Alle drei Schichten schützen den Augapfel. Entropium entsteht bei beiden Spezies durch eine Funktionsstörung einer dieser Schichten.

Beim Menschen nimmt der Tonus der Augenlidmuskulatur ab, insbesondere mit dem Alter; dies führt dazu, dass sich das Unterlid nach innen wendet. Ähnlich entwickelt sich bei älteren Hunden ein Entropium, wenn die Gewebeelastizität nachlässt. Der Mechanismus wirkt also im Alter ähnlich.

2. Unterschiedliche anatomische Risikofaktoren

Bei Katzen und Hunden beeinflusst die Gesichtsform (insbesondere Nasenlänge und Hautstruktur) direkt das Risiko für Entropium. Rassen wie Shar-Pei, Chow-Chow oder Perserkatzen weisen aufgrund ihrer Gesichtsstruktur ein angeborenes Risiko auf. Beim Menschen besteht jedoch kein solcher genetischer Zusammenhang mit der Gesichtsanatomie; Entropium entwickelt sich häufiger im Laufe des Lebens, nach Verletzungen oder vorangegangenen Operationen.

Bei Tieren ist die Oberfläche des Augapfels größer als beim Menschen, wodurch die Lidränder leichter mit der Hornhaut in Kontakt kommen. Dieser anatomische Unterschied ist der Hauptgrund dafür, dass die Erkrankung bei Tieren viel häufiger vorkommt als beim Menschen.

3. Klinischer Verlauf und Schmerzreaktionen

Beim Menschen lässt sich Entropium frühzeitig erkennen, da die Betroffenen Schmerzen und Unbehagen verbal äußern. Bei Tieren ist die Situation jedoch anders; sie können Schmerzen nicht direkt zeigen und geben oft indirekte Anzeichen wie Blinzeln, Kratzen mit den Pfoten oder verminderte Spielfreude. Daher wird die Erkrankung meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

4. Unterschiede in den Behandlungsansätzen

Beim Menschen lassen sich leichte Fälle mitunter durch Botulinumtoxin-Injektionen oder temporäre Nähte korrigieren. Bei Tieren bieten diese Methoden jedoch meist nur vorübergehende Linderung, da die anatomische Fehlbildung ausgeprägter ist. Daher ist die Rate chirurgischer Behandlungen bei Tieren deutlich höher.

5. Unterschiede bei der Genesung und den Komplikationen

Beim Menschen lässt sich die postoperative Versorgung dank der Mitarbeit des Patienten besser steuern. Bei Tieren hingegen muss der Heilungsprozess sorgfältiger überwacht werden, da die Gefahr besteht, dass sie sich die Augen kratzen oder die Nähte ablecken. Daher ist das Tragen eines Halskragens zwingend erforderlich.

6. Gemeinsamer Punkt: Die Bedeutung der Früherkennung

Sowohl bei Menschen als auch bei Tieren ist die Heilungsrate bei frühzeitiger Diagnose des Entropiums sehr hoch. Schmerzen, Tränenfluss und Reizungen lassen sofort nach, sobald die Lidstellung korrigiert ist. Wird die Behandlung jedoch verzögert, kommt es zu dauerhaften Hornhautschäden, die einen Sehverlust zur Folge haben können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der grundlegende Mechanismus des Entropiums zwar bei Menschen und Tieren ähnlich ist, es aber aufgrund genetischer und anatomischer Prädisposition bei Tieren deutlich häufiger auftritt. Daher sind regelmäßige Augenuntersuchungen nicht nur für die Behandlung, sondern auch für die Prävention von großer Bedeutung.

Entropium bei Katzen und Hunden

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Entropium bei Katzen und Hunden


Was ist Entropium bei Katzen und Hunden?



Entropium ist eine Augenerkrankung, bei der sich das Augenlid nach innen wendet, wodurch Wimpern und Haare an der Hornhaut reiben und Reizungen verursachen. Dies kann zu Schmerzen, Tränenfluss, Rötung und langfristig zu Sehverlust führen.



Ist Entropium eine genetische Erkrankung?



Ja. Eine genetische Veranlagung zeigt sich bei Rassen wie Shar-Pei, Chow-Chow, Bernhardiner, Perserkatze und Exotic Shorthair. Allerdings können auch Infektionen, Verletzungen oder altersbedingte Veränderungen zu Entropium führen.



In welchem Alter tritt Entropium bei Katzen und Hunden auf?



Erbliche Formen treten üblicherweise im Alter von 2 bis 6 Monaten auf. Erworbene Formen sind häufiger bei Tieren mittleren oder höheren Alters.



Korrigiert sich das Entropium spontan?



Nein. Bei einer leichten spastischen Entropium kann es zu einer vorübergehenden Besserung kommen, aber eine hereditäre und anatomische Entropium bildet sich ohne chirurgischen Eingriff nicht zurück.



Ist Entropium ein schmerzhafter Zustand?



Ja. Da die Wimpern an der Hornhaut reiben, entsteht ein ständiges Brennen und Stechen. Das Tier kneift die Augen zusammen, kratzt sich mit den Pfoten und wird unruhig.



Was passiert, wenn Entropium bei Katzen und Hunden unbehandelt bleibt?



Es können Hornhautgeschwüre, Pigmentkeratitis, chronische Infektionen und dauerhafter Sehverlust auftreten. In fortgeschrittenen Fällen ist sogar eine Hornhautperforation möglich.



Ist eine Entropium-Operation ein schwieriger Eingriff?



Für erfahrene Tierchirurgen ist dies ein Routineeingriff. Da die Augenanatomie jedoch empfindlich ist, sind eine korrekte Technik und sorgfältige Planung unerlässlich.



Kann ein Entropium nach einer Operation erneut auftreten?



Selten, ja. Es kann erneut auftreten, insbesondere bei Rassen mit überschüssiger Haut oder in Fällen, in denen Operationen mit fehlerhaften Techniken durchgeführt wurden.



Wann werden die Fäden nach der Operation entfernt?



Es wird üblicherweise nach 7–10 Tagen entfernt. Leichte Schwellungen und Rötungen sind während dieser Zeit normal.



Wie sollte ein Tier mit Entropium zu Hause gepflegt werden?



Die Augenpartie sollte mit einer sterilen Lösung gereinigt, Medikamente regelmäßig verabreicht und der Halskragen nicht entfernt werden. Bei Ausfluss oder Eiterbildung ist umgehend eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.



Tritt Entropium auch beim Menschen auf?



Ja. Es kann sich am Unterlid entwickeln, insbesondere im höheren Alter, aufgrund von Muskelschwäche. Entropium ist bei Tieren meist genetisch bedingt.



Ist Entropium bei Katzen oder Hunden ansteckend?



Nein. Entropium ist nicht ansteckend; es wird durch strukturelle, genetische oder mechanische Ursachen hervorgerufen.



Beeinflusst das Entropium die Tränenproduktion?



Ja. Chronische Reizung führt zu vermehrtem Tränenfluss (Epiphora). Langfristig kann dies zu trockenen Augen führen.



Wird eine Entropium-Operation unter Vollnarkose durchgeführt?



Ja. Da eine Augenoperation heikel ist, ist eine Vollnarkose notwendig, um sicherzustellen, dass das Tier sich wohlfühlt und stabil bleibt.



Was kann getan werden, um zu verhindern, dass sich die Entropie wiederholt?



Regelmäßige Nachuntersuchungen nach der Operation, Hygiene, regelmäßiges Stutzen der Haare um die Augen und die Verwendung schützender Augentropfen sind wichtig.



Wie lange dauert die Genesung nach einer Entropium-Operation?



Die Fäden werden nach 10–14 Tagen entfernt. Die vollständige Heilung dauert 3–4 Wochen. Bei Hornhautschäden kann sich dieser Zeitraum verlängern.



Wirken natürliche oder pflanzliche Behandlungsmethoden bei Entropium?



Nein. Pflanzliche Heilmittel können die Augenoberfläche schädigen. Die Behandlung sollte ausschließlich mit tierärztlich zugelassenen Arzneimitteln erfolgen.



Welche Rassen weisen am häufigsten Entropium auf?



Bei Hunden sind Shar-Pei, Chow-Chow, Bernhardiner, Rottweiler und Cocker Spaniel anfälliger; bei Katzen sind Perserkatzen, Himalayakatzen, Exotic Shorthair und Britisch Kurzhaar anfälliger.



Kann Entropium zu dauerhafter Blindheit führen?



Ja. Unbehandelt kann es durch Hornhautperforation und Narbenbildung zu dauerhaftem Sehverlust führen. Mit einer frühzeitigen Behandlung ist dies vollständig vermeidbar.



Wie kann Entropium bei Katzen und Hunden festgestellt werden?



Das Tier kneift ständig die Augen zusammen, kratzt sich mit den Pfoten und zeigt vermehrten Tränenfluss und Rötungen. Bei Auftreten dieser Symptome ist eine sofortige tierärztliche Untersuchung erforderlich.



Ist es normal, dass das Auge nach der Operation erneut anschwillt?



Eine leichte Schwellung ist normal. Nimmt die Schwellung jedoch zu oder tritt eitriger Ausfluss auf, sollte eine Infektion in Betracht gezogen werden.



Ist es möglich, dass sich Entropium vollständig auflöst?



Ja. Nach der chirurgischen Korrektur kehrt das Augenlid in seine normale Position zurück und die Hornhaut heilt.



Ist es möglich, eine Entropium-Operation an jungen Tieren durchzuführen?



Ja, aber in der Regel wird eine temporäre Nahtmethode (Fixierung) bevorzugt. Die endgültige Operation erfolgt, nachdem das Tier ausgewachsen ist.



Was kann man tun, um sich vor Entropium zu schützen?



Regelmäßige Augenuntersuchungen, Hygiene, frühzeitige Behandlung von Infektionen und konsequente Fellpflege sind im Welpenalter von Vorteil.



Wie hoch ist die Erfolgsrate der Entropiumbehandlung?



Bei richtiger Technik und guter Pflege liegt die Erfolgsquote bei über 95 %. Werden Fälle frühzeitig erkannt, entstehen keine dauerhaften Schäden.



Worin besteht der Unterschied zwischen Entropium und Ektropium?



Beim Entropium dreht sich das Augenlid nach innen, und die Wimpern reiben am Auge. Beim Ektropium dreht sich das Augenlid nach außen, wodurch die Augenoberfläche freiliegt und Trockenheit verursacht. In beiden Fällen verschlechtert sich die Augengesundheit.



Kann bei einem erneuten Auftreten des Entropiums eine zweite Operation durchgeführt werden?



Ja. Eine Revisionsoperation ist bei wiederkehrendem Entropium möglich und hat eine hohe Erfolgsrate.



Kann nach einem Entropium eine Schutzbrille getragen werden?



Nein. Eine Schutzbrille ist für Tiere nicht praktikabel. Stattdessen wird ein Halskragen verwendet, und das Tier sollte in einem schattigen, sauberen Bereich untergebracht werden.



Kann Entropium mit allergischen Augenerkrankungen verwechselt werden?



Ja. Beide Erkrankungen verursachen Tränenfluss und Rötung. Bei Entropium berühren die Wimpern jedoch die Hornhaut. Eine endgültige Diagnose sollte von einem Tierarzt gestellt werden.



Welche Gewohnheiten sollten geändert werden, um eine Wiederholung des Entropiums zu verhindern?



Es ist wichtig, staubige Umgebungen zu meiden, auf Hygiene im Augenbereich zu achten, die Haare regelmäßig zu schneiden und Augeninfektionen umgehend zu behandeln.



Schlüsselwörter

Entropium, Katzenentropium, Hundeentropium, Entropiumbehandlung, Einwärtsdrehung des Augenlids, Ektropium, Lidoperation

Quellen

  • Amerikanische Veterinärmedizinische Vereinigung (AVMA)

  • Die Internationale Gesellschaft für Veterinär-Ophthalmologie (IVOS)

  • Merck Veterinary Manual – Augenerkrankungen

  • Tierklinik Mersin Vetlife – Auf Karte öffnen: https://share.google/XPP6L1V6c1EnGP3Oc


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