Häufige Gesundheitsprobleme beim Dobermann: Krankheiten, zu denen sie neigen und gegen die sie resistent sind
- Vet. Tek. Deniz Utku TAMAY

- vor 3 Stunden
- 17 Min. Lesezeit
Kurzüberblick: Dobermann-Gesundheitsprobleme auf einen Blick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Erkrankungen zusammen, die mit der Dobermann-Rasse in Verbindung gebracht werden. Die Risikoeinstufungen basieren auf veröffentlichter veterinärmedizinischer Literatur, rassespezifischen Gesundheitsstudien und aktuellen tierärztlichen Empfehlungen. Auch wenn einzelne Hunde diese Erkrankungen möglicherweise nie entwickeln, hebt die Tabelle Krankheiten hervor, die im Rahmen der routinemäßigen tierärztlichen Versorgung besondere Beachtung verdienen.

Krankheit / Zustand | Veranlagung bei Dobermännern | Primäres Körpersystem | Typisches Erkrankungsalter | Vorführung verfügbar |
Dilatative Kardiomyopathie (DCM) | Sehr hoch | Herz-Kreislauf-System | Erwachsene bis Senioren | Ja |
Von-Willebrand-Krankheit (Typ I) | Sehr hoch | Hämatologische | Angeboren | Ja (DNA) |
Wobbler-Syndrom | Hoch | Neurologisch | Vom jungen Erwachsenen zum Erwachsenen | Klinische Beurteilung |
Hypothyreose | Hoch | Endokrin | Im mittleren Alter | Bluttests |
Chronische Hepatitis | Mittel bis hoch | Leber | Erwachsene | Bluttests, Ultraschall |
Mittel bis hoch | Gastrointestinal | Erwachsene | Keine routinemäßige Untersuchung | |
Mäßig | Bewegungsapparat | Junger Erwachsener | Radiographie | |
Arthrose | Mäßig | Bewegungsapparat | Senior | Klinische Untersuchung |
Allergische Hauterkrankung | Mäßig | Dermatologie | Jedes Alter | Klinische Diagnose |
Progressive Retinaatrophie (Bestimmte Blutlinien) | Niedrig | Augenheilkunde | Variable | DNA-/Augenuntersuchung |
Die Tabelle verstehen
Eine hohe Veranlagung bedeutet nicht, dass jeder Dobermann an einer bestimmten Krankheit erkrankt. Sie weist vielmehr darauf hin, dass wissenschaftliche Studien und rassespezifische Gesundheitsdaten zeigen, dass die Erkrankung bei Dobermännern häufiger auftritt als in der allgemeinen Hundebevölkerung.
Unter allen gesundheitlichen Problemen stellt die dilatative Kardiomyopathie (DCM) die größte Sorge dar, da betroffene Hunde bis zum Ausbruch einer fortgeschrittenen Herzerkrankung völlig gesund erscheinen können. Ebenso ist die Von-Willebrand-Krankheit eine der bekanntesten erblichen Blutgerinnungsstörungen dieser Rasse und sollte vor jedem chirurgischen Eingriff oder Zuchtprogramm in Betracht gezogen werden.
Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und rassespezifische Gesundheitschecks spielen eine entscheidende Rolle bei der Erkennung dieser Erkrankungen, bevor die klinischen Symptome schwerwiegend werden.

Die häufigsten Krankheiten, zu denen Dobermänner neigen
Obwohl Dobermänner im Allgemeinen gesunde und athletische Hunde sind, treten bestimmte Krankheiten bei dieser Rasse deutlich häufiger auf als bei vielen anderen. Einige davon sind vererbte genetische Störungen, andere hängen mit der besonderen Anatomie oder Physiologie der Rasse zusammen. Kennt man die häufigsten Erkrankungen, können Hundehalter selbst subtile klinische Anzeichen erkennen und rechtzeitig einen Tierarzt aufsuchen, bevor Komplikationen auftreten.
Die folgende Tabelle fasst die am häufigsten mit Dobermännern in Verbindung gebrachten Krankheiten und die Gründe für deren Bedeutung zusammen.
Krankheit | Rasseprädisposition | Typisches Alter | Frühe klinische Anzeichen | Warum das wichtig ist |
Dilatative Kardiomyopathie (DCM) | Sehr hoch | Erwachsene–Senioren | Verminderte Belastbarkeit, Ohnmacht, Herzrhythmusstörungen | Hauptursache für vorzeitigen Tod bei dieser Rasse |
Von-Willebrand-Krankheit | Sehr hoch | Angeboren | Anhaltende Blutungen, Nasenbluten, übermäßige Blutungen nach der Operation | Erbliche Blutgerinnungsstörung |
Hypothyreose | Hoch | Im mittleren Alter | Gewichtszunahme, Lethargie, Haarausfall, wiederkehrende Hautinfektionen | Häufige endokrine Erkrankung |
Wobbler-Syndrom | Hoch | Junger Erwachsener–Erwachsener | Nackenschmerzen, unsicherer Gang, Schwäche | Progressive Rückenmarkskompression |
Chronische Hepatitis | Mittel bis hoch | Erwachsene | Appetitlosigkeit, Erbrechen, Gelbsucht, Gewichtsverlust | Kann zu Leberversagen führen |
Magendilatation-Volvulus (GDV) | Mittel bis hoch | Erwachsene | Aufgeblähter Bauch, erfolgloses Würgen, Unruhe | Lebensbedrohlicher Notfall |
Hüftdysplasie | Mäßig | Junger Erwachsener | Steifheit, Schwierigkeiten beim Stehen, Hinken | Kann zu chronischer Arthritis führen |
Arthrose | Mäßig | Senior | Eingeschränkte Beweglichkeit, Gelenksteife | Progressive degenerative Gelenkerkrankung |
Allergische Hauterkrankung | Mäßig | Jedes Alter | Anhaltender Juckreiz, Rötung, wiederkehrende Ohrenentzündungen | Oftmals ist eine lebenslange Betreuung erforderlich. |
Warum sind Dobermänner anfällig für bestimmte Krankheiten?
Rassespezifische Veranlagungen entwickeln sich durch das Zusammenspiel von ererbter Genetik, Körperbau und jahrzehntelanger Zucht. Bei Dobermännern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie die dilatative Kardiomyopathie (DCM) und erbliche Blutgerinnungsstörungen wie die von-Willebrand-Krankheit besonders relevant, da sie in frühen Stadien oft unentdeckt bleiben.
Der tiefe Brustkorb der Rasse erhöht zudem das Risiko einer Magendrehung (GDV), und vererbte neurologische und endokrine Erkrankungen treten häufiger auf als bei vielen anderen Rassen. Verantwortungsbewusste Zuchtprogramme, routinemäßige Gesundheitschecks und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen haben die Früherkennung dieser Krankheiten deutlich verbessert und tragen dazu bei, dass viele Dobermänner ein längeres und gesünderes Leben führen.
Dieser Überblick bildet die Grundlage für das Verständnis der einzelnen Krankheiten, die in den folgenden Abschnitten besprochen werden. Dort wird jede Erkrankung detaillierter erläutert, einschließlich Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsempfehlungen.

Genetische und vererbte Krankheiten bei Dobermännern
Viele der schwerwiegendsten Gesundheitsprobleme bei Dobermännern haben eine erbliche Komponente. Verantwortungsbewusste Zuchtprogramme haben zwar dazu beigetragen, die Häufigkeit einiger Erbkrankheiten zu reduzieren, doch die Genetik spielt nach wie vor eine bedeutende Rolle für den allgemeinen Gesundheitszustand der Rasse. Das Verständnis dieser Krankheiten hilft Besitzern, fundierte Entscheidungen hinsichtlich Vorsorgeuntersuchungen, Zucht und lebenslanger Gesundheitsvorsorge zu treffen.
Gentests garantieren nicht, dass ein Hund niemals erkranken wird. Sie können jedoch vererbte Mutationen aufdecken und Tierärzten helfen, zukünftige Gesundheitsrisiken einzuschätzen. In Kombination mit routinemäßigen körperlichen Untersuchungen und diagnostischen Vorsorgeuntersuchungen ist die genetische Testung zu einem wichtigen Bestandteil der Präventivmedizin für Dobermänner geworden.
Krankheit | Erbliche Komponente | DNA-Test verfügbar | Hauptgesundheitsproblem | Zuchtempfehlung |
Dilatative Kardiomyopathie (DCM) | Ja | Partielle (DCM1/DCM2-Varianten) | Fortschreitende Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen | Herzuntersuchung vor der Zucht |
Von-Willebrand-Krankheit Typ I | Ja | Ja | Abnormale Blutgerinnung | DNA-Tests werden dringend empfohlen |
Ja | Ja | Fortschreitender Sehverlust | Gentest empfohlen | |
Farbverdünnungs-Alopezie (Blau/Rehbraune Dobermänner) | Ja | Kein spezifischer diagnostischer DNA-Test | Haarausfall und wiederkehrende Hautinfektionen | Vermeiden Sie die Zucht betroffener Hunde. |
Hüftdysplasie | Polygen | NEIN | Chronische Gelenkerkrankung | Hüftzertifizierung empfohlen |
Warum genetische Untersuchungen wichtig sind
Viele Erbkrankheiten beginnen lange bevor offensichtliche klinische Anzeichen auftreten. Ein Dobermann mit dilatativer Kardiomyopathie im Frühstadium beispielsweise kann keine sichtbaren Symptome aufweisen, während bereits erhebliche Veränderungen im Herzmuskel stattfinden. Ebenso können Hunde mit von-Willebrand-Syndrom vollkommen gesund erscheinen, bis es während einer Operation oder nach einer Verletzung zu starken Blutungen kommt.
Aus diesem Grund kombinieren verantwortungsbewusste Züchter DNA-Tests häufig mit weiterführenden Gesundheitsuntersuchungen wie Echokardiografie, Langzeit-EKG, Hüftröntgen und Schilddrüsenuntersuchungen. Diese Untersuchungen tragen dazu bei, das Risiko der Weitergabe erblicher Krankheiten an zukünftige Generationen zu verringern und gleichzeitig die langfristige Gesundheit der Rasse zu verbessern.
Herzkrankheiten bei Dobermännern: Warum die dilatative Kardiomyopathie (DCM) die größte Sorge darstellt
Unter allen Erkrankungen, die Dobermänner betreffen, gilt die dilatative Kardiomyopathie (DCM) als das bedeutendste Gesundheitsproblem. Diese Erkrankung führt zu einer Verdünnung und Schwächung des Herzmuskels, wodurch dessen Fähigkeit, Blut effizient durch den Körper zu pumpen, beeinträchtigt wird. Langfristig kann DCM zu Herzinsuffizienz, gefährlichen Herzrhythmusstörungen und plötzlichem Herztod führen.
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass viele Dobermänner im Frühstadium der Erkrankung symptomfrei bleiben. Bei manchen Hunden kann das erste erkennbare Anzeichen leider ein Kollaps oder plötzlicher Tod sein, weshalb regelmäßige Herzuntersuchungen besonders wichtig sind.
Besonderheit | Dilatative Kardiomyopathie bei Dobermännern |
Risikostufe | Sehr hoch |
Primäres Organ | |
Typisches Alter | Üblicherweise 4–10 Jahre |
Frühe Symptome | Belastungsintoleranz, Müdigkeit, Husten, Ohnmacht |
Fortgeschrittene Symptome | Herzversagen, Atemnot, Kollaps |
Screening-Tests | Echokardiographie, Langzeit-EKG |
Vorteile der Früherkennung | Ermöglicht eine frühere Behandlung und Überwachung |
Warum sind Dobermänner einem so hohen Risiko ausgesetzt?
Forschungen haben gezeigt, dass Dobermänner eine der höchsten dokumentierten Raten an dilatativer Kardiomyopathie bei Hunden aufweisen. Obwohl mehrere genetische Varianten identifiziert wurden, gilt die Erkrankung als komplex, was bedeutet, dass sowohl erbliche als auch nicht-genetische Faktoren wahrscheinlich zu ihrer Entstehung beitragen.
Da die dilatative Kardiomyopathie (DCM) oft symptomlos verläuft, empfehlen Tierkardiologen routinemäßige Herzuntersuchungen für erwachsene Dobermänner – selbst wenn diese völlig gesund erscheinen. Die Erkennung von Veränderungen vor dem Auftreten klinischer Symptome ermöglicht ein früheres Eingreifen und kann die Lebensqualität betroffener Hunde verbessern.
Blut- und Gerinnungsstörungen: Von-Willebrand-Krankheit bei Dobermännern
Die Von-Willebrand-Krankheit (vWD) Typ I ist eine der bekanntesten Erbkrankheiten bei Dobermännern. Sie beeinträchtigt die Blutgerinnung aufgrund eines Mangels oder einer Funktionsstörung des Von-Willebrand-Faktors (vWF) , eines Proteins, das die Anhaftung von Blutplättchen an beschädigte Blutgefäße fördert. Betroffene Hunde können daher nach Verletzungen, Operationen oder zahnärztlichen Eingriffen verlängerte Blutungen erleiden.
Viele Dobermänner, die die Mutation tragen, scheinen ihr Leben lang völlig gesund zu sein. Manche entwickeln nie auffällige klinische Symptome, während andere nach Verletzungen oder Routineeingriffen starke Blutungen erleiden können. Aufgrund dieser Unvorhersehbarkeit ist die genetische Untersuchung zu einem wichtigen Instrument für Züchter und Tierärzte geworden.
Besonderheit | Von-Willebrand-Krankheit (Typ I) |
Risiko bei Dobermännern | Sehr hoch |
Krankheitsart | Erbliche Blutgerinnungsstörung |
Vererbungsmodus | autosomal vererbtes Merkmal |
Hauptproblem | Verminderte Blutgerinnungsfähigkeit |
Typisches Alter bei der Diagnose | Jedes Alter |
DNA-Test verfügbar | Ja |
Heilbehandlung | NEIN |
Langzeitprognose | Hervorragend bei angemessener Führung |
Häufige klinische Anzeichen
Die klinischen Symptome variieren stark zwischen den betroffenen Hunden. Manche bluten nie übermäßig, während andere nach Operationen oder Unfällen Komplikationen entwickeln.
Klinisches Zeichen | Beschreibung |
Verlängerte Blutung nach der Operation | Eine der häufigsten Präsentationsformen |
Nasenbluten | Kann spontan oder nach einem leichten Trauma auftreten. |
Zahnfleischbluten | Manchmal beim Kauen oder bei der Zahnreinigung bemerkt. |
Blut im Urin oder Stuhl | Weniger häufig, aber möglich |
Neigung zu Blutergüssen | In leichten Fällen können nur gelegentlich Blutergüsse auftreten. |
Starke Blutungen nach dem Nägelschneiden | Oft eines der frühesten Warnzeichen |
Diagnose und Management
Die Diagnose basiert auf einer Kombination aus Krankengeschichte, Laboruntersuchungen und genetischem Screening. DNA-Tests können Hunde identifizieren, die gesund, Träger oder genetisch betroffen sind, was sie besonders wertvoll für Zuchtprogramme macht.
Obwohl die von-Willebrand-Krankheit nicht heilbar ist, führen die meisten betroffenen Dobermänner mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen ein normales Leben . Tierärzte können vor einer Operation bestimmte Medikamente oder Plasmaprodukte empfehlen, um das Risiko starker Blutungen zu verringern. Besitzer sollten ihren Tierarzt vor jedem invasiven Eingriff, einschließlich Zahnreinigungen und geplanten Operationen, über die Erkrankung informieren.
Neurologische Erkrankungen: Wobbler-Syndrom bei Dobermännern
Das Wobbler-Syndrom , auch bekannt als zervikale Spondylomyelopathie (CSM) , ist eine der wichtigsten neurologischen Erkrankungen bei Dobermännern. Es entsteht, wenn Fehlbildungen der Halswirbel das Rückenmark einengen und so zu fortschreitenden neurologischen Funktionsstörungen führen.
Dobermänner erkranken typischerweise im Erwachsenenalter an der bandscheibenbedingten Form der Erkrankung. Mit zunehmender Kompression des Rückenmarks verschlechtert sich allmählich die Koordination, weshalb eine frühzeitige Diagnose für den Erhalt der Beweglichkeit und Lebensqualität unerlässlich ist.
Besonderheit | Wobbler-Syndrom |
Risiko bei Dobermännern | Hoch |
Körpersystem | Nervensystem |
Hauptstandort | Halswirbelsäule (Nacken) |
Typisches Alter | 4–8 Jahre |
Progression | In der Regel allmählich |
Diagnostische Bildgebung | MRT, CT, Myelographie |
Behandlungsoptionen | Medizinische Behandlung oder Operation |
Häufige klinische Anzeichen
Die ersten Anzeichen sind oft subtil und können sich über mehrere Monate hinweg langsam verschlimmern.
Klinisches Zeichen | Erläuterung |
Wackeliger Gang | Besonders auffällig an den Hinterbeinen. |
Nackenschmerzen | Hunde können sich weigern, den Kopf zu drehen oder zu heben. |
Schwäche | Beginnt üblicherweise an den Hinterbeinen, bevor die Vorderbeine betroffen sind. |
Die Zehen schleifen | Durch Abrieb können sich die Nägel ungleichmäßig abnutzen. |
Schwierigkeiten beim Stehen | Insbesondere nach einer Ruhepause |
Verminderte Koordination | Das Gehen wird zunehmend unsicher. |
Diagnose und Behandlung
Eine vollständige neurologische Untersuchung ist in der Regel der erste Schritt zur Diagnosestellung. Moderne Bildgebungsverfahren, insbesondere die MRT , ermöglichen die detaillierteste Beurteilung der Rückenmarkskompression und helfen, den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen.
Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der neurologischen Beeinträchtigung. Hunde mit leichten klinischen Symptomen sprechen oft gut auf Gewichtsmanagement, Bewegungseinschränkung, Schmerztherapie und entzündungshemmende Medikamente an. Fortgeschrittenere Fälle erfordern häufig eine operative Dekompression, um den Druck auf das Rückenmark zu lindern.
Obwohl das Wobbler-Syndrom eine fortschreitende Erkrankung ist, erfahren viele Dobermänner eine deutliche Besserung, wenn die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und angemessen behandelt wird. Eine regelmäßige tierärztliche Untersuchung ist ratsam, sobald ein Dobermann einen abnormalen Gang, Nackenschmerzen oder unerklärliche Schwäche entwickelt.
Hormonelle und Stoffwechselstörungen: Schilddrüsenunterfunktion bei Dobermännern
Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen bei Dobermännern. Sie tritt auf, wenn die Schilddrüse nicht ausreichend Schilddrüsenhormone produziert, was zu einem verlangsamten Stoffwechsel führt, der nahezu alle Organsysteme beeinträchtigt. Obwohl die Erkrankung in der Regel lebenslang besteht, lässt sie sich mit der richtigen Medikation und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen gut behandeln.
Die meisten betroffenen Dobermänner entwickeln im mittleren Lebensalter eine Schilddrüsenunterfunktion, deren klinische Anzeichen oft schleichend auftreten. Da viele Symptome unspezifisch sind, verwechseln Besitzer sie mitunter mit normalen Alterserscheinungen.
Besonderheit | Hypothyreose |
Risiko bei Dobermännern | Hoch |
Körpersystem | Endokrin |
Typisches Alter | 4–10 Jahre |
Krankheitsverlauf | allmählich |
Bluttest verfügbar | Ja |
Langzeitmedikation | In der Regel erforderlich |
Prognose | Ausgezeichnet bei der Behandlung |
Häufige klinische Anzeichen
Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion entwickeln sich langsam und können mehrere Körpersysteme betreffen.
Klinisches Zeichen | Beschreibung |
Gewichtszunahme | Tritt häufig trotz fehlender Steigerung der Nahrungsaufnahme auf. |
Verminderte Energie und geringere Bereitschaft zu sportlicher Betätigung | |
Üblicherweise symmetrisch und nicht juckend | |
Trockener oder matter Anstrich | Die Fellqualität verschlechtert sich allmählich. |
Wiederkehrende Hautinfektionen | Es können sekundäre bakterielle Infektionen entstehen |
Kälteintoleranz | Hunde suchen möglicherweise wärmere Umgebungen auf. |
Langsamer Herzschlag | Wird gelegentlich bei der tierärztlichen Untersuchung festgestellt |
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose erfordert eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Labortests. Ein Tierarzt erstellt in der Regel ein Schilddrüsenprofil, das die Konzentrationen von Gesamt-T4 , freiem T4 und TSH beim Hund umfasst. Da andere Erkrankungen den Schilddrüsenhormonspiegel vorübergehend senken können, sollten Laborergebnisse stets im Zusammenhang mit den klinischen Symptomen des Hundes interpretiert werden.
Die Behandlung besteht in der lebenslangen oralen Gabe von Schilddrüsenhormonen. Die meisten Dobermänner sprechen schnell darauf an, mit deutlichen Verbesserungen des Aktivitätsniveaus, der Fellqualität und des allgemeinen Wohlbefindens innerhalb weniger Wochen. Regelmäßige Blutuntersuchungen werden empfohlen, um sicherzustellen, dass die Medikamentendosis während des gesamten Hundelebens angemessen bleibt.
Verdauungsnotfälle: Magendrehung (GDV)
Die Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus, GDV) , umgangssprachlich auch als Magenblähung bekannt, ist eine der lebensbedrohlichsten Notfälle bei großen, tiefbrüstigen Hunderassen, darunter auch Dobermänner. Die Erkrankung beginnt mit einer Gasansammlung im Magen und kann sich rasch zu einer Drehung um die eigene Achse entwickeln, wodurch die Blutversorgung des Magens und der umliegenden Organe unterbrochen wird.
Ohne sofortige tierärztliche Behandlung kann eine Magendrehung innerhalb weniger Stunden tödlich verlaufen. Jeder Dobermannbesitzer sollte die frühen Warnzeichen kennen und wissen, dass diese Erkrankung eine Notfallbehandlung erfordert.
Besonderheit | Magendilatation-Volvulus (GDV) |
Risiko bei Dobermännern | Mittel bis hoch |
Körpersystem | Gastrointestinal |
Medizinischer Notfall | Ja |
Typisches Alter | Erwachsene bis Senioren |
Vermeidbar | Das Risiko kann verringert, aber nicht beseitigt werden. |
Häufig |
Frühwarnzeichen
Eine frühzeitige Diagnose der Magendrainage verbessert die Überlebenschancen dramatisch.
Klinisches Zeichen | Warum es auftritt |
Vergrößerter Bauch | Im Magen sammelt sich rasch Gas an. |
Unproduktives Würgen | Der Hund versucht zu erbrechen, produziert aber nur wenig oder gar nichts. |
Unruhe | Schmerzen und Bauchbeschwerden nehmen schnell zu |
Übermäßiger Speichelfluss | Häufige Reaktion auf Übelkeit und Schmerzen |
Schnelle Atmung | Verursacht durch Schmerzen und eingeschränkte Lungenexpansion |
Blasses Zahnfleisch | Kann auf einen sich entwickelnden Schock hinweisen. |
Zusammenbruch | Deutet auf eine schwere Kreislaufstörung hin und erfordert eine sofortige Behandlung. |
Risikofaktoren und Prävention
Obwohl eine Magendrehung nicht immer verhindert werden kann, sind mehrere Faktoren bekannt, die die Wahrscheinlichkeit dieser Erkrankung erhöhen.
Risikofaktor | Auswirkung auf das GDV-Risiko |
Tiefe Brustkorbkonformation | Erhöht das Risiko erheblich |
Eine große Mahlzeit einmal täglich | Höheres Risiko als bei kleineren, aufgeteilten Mahlzeiten |
sehr schnell essen | Kann zu einer Magenblähung beitragen |
Intensive körperliche Betätigung unmittelbar nach den Mahlzeiten | Kann das Risiko bei anfälligen Hunden erhöhen |
Familiengeschichte von GDV | Deutet auf eine erbliche Komponente hin |
Zunehmendes Alter | Das Risiko steigt im Allgemeinen mit dem Alter. |
Besitzer sollten umgehend einen Tierarzt aufsuchen, wenn ihr Dobermann eine Bauchschwellung, wiederholtes erfolgloses Erbrechen oder plötzliche Anzeichen starker Beschwerden zeigt. Ein frühzeitiger chirurgischer Eingriff bietet die besten Überlebenschancen. Bei Hunden mit besonders hohem Risiko kann der Tierarzt eine prophylaktische Gastropexie empfehlen, einen präventiven chirurgischen Eingriff, der das Risiko einer lebensbedrohlichen Magendrehung deutlich verringert.
Lebererkrankungen bei Dobermännern: Chronische Hepatitis und kupferassoziierte Lebererkrankung
Lebererkrankungen stellen bei Dobermännern ein wichtiges Gesundheitsproblem dar, insbesondere da die Rasse bekanntermaßen zu chronischer Hepatitis und, in einigen Blutlinien, zu kupferbedingten Lebererkrankungen neigt. Diese Erkrankungen verlaufen in den frühen Stadien oft symptomlos, sodass erhebliche Leberschäden auftreten können, bevor offensichtliche klinische Anzeichen sichtbar werden.
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da eine Behandlung in der Regel wirksamer ist, bevor es zu irreversiblen Leberschäden kommt. Routinemäßige Blutuntersuchungen und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen können helfen, Leberveränderungen zu erkennen, bevor die Erkrankung klinisch fortgeschritten ist.
Besonderheit | Chronische Hepatitis bei Dobermännern |
Risiko bei Dobermännern | Mittel bis hoch |
Primäres Organ | Leber |
Typisches Alter | Erwachsene bis Senioren |
Krankheitsverlauf | In der Regel allmählich |
Früherkennung möglich | Ja |
Routine-Bluttests | Ja |
Prognose | Variabel je nach Phase |
Häufige klinische Anzeichen
Viele betroffene Dobermänner zeigen in den frühen Stadien keine offensichtlichen Symptome. Mit abnehmender Leberfunktion werden die klinischen Anzeichen allmählich deutlicher.
Klinisches Zeichen | Beschreibung |
Verminderter Appetit | Oft eines der frühesten Anzeichen |
Gewichtsverlust | Progressiv über Wochen oder Monate |
Erbrechen | Kann zeitweise auftreten |
Lethargie | Reduziertes Energie- und Aktivitätsniveau |
Verstärkter Durst | Bei einigen Hunden mit fortgeschrittener Erkrankung beobachtet |
Gelbsucht | Gelbliche Verfärbung der Augen, des Zahnfleisches oder der Haut |
Bauchvergrößerung | Kann sich bei fortschreitender Lebererkrankung entwickeln |
Diagnose und Behandlung
Zur Diagnose einer chronischen Hepatitis ist in der Regel eine Kombination aus Bluttests, Ultraschalluntersuchung des Abdomens und in vielen Fällen einer Leberbiopsie erforderlich, um die Diagnose zu bestätigen und den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen.
Diagnosetest | Zweck |
Leberenzymprofil (ALT, AST, ALP, GGT) | Erkennt Leberschäden |
Gallensäuretest | Beurteilt die Leberfunktion |
Abdomensonographie | Bewertet Lebergröße und -struktur |
Leberbiopsie | Bestätigt die Diagnose und identifiziert Kupferablagerungen |
Kupferbestimmung | Stellt fest, ob ein Kupferüberschuss vorhanden ist |
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Stadium der Erkrankung. Sie kann leberunterstützende Diäten, entzündungshemmende Medikamente, Antioxidantien, gegebenenfalls eine Kupferchelat-Therapie und die regelmäßige Kontrolle der Leberenzymwerte umfassen. Hunde, bei denen die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert wird, haben oft eine deutlich bessere Langzeitprognose als Hunde, bei denen die Diagnose erst nach fortgeschrittenem Leberschaden gestellt wird.
Orthopädische Erkrankungen bei Dobermännern
Obwohl orthopädische Erkrankungen bei Dobermännern nicht so häufig vorkommen wie Herzerkrankungen oder die von-Willebrand-Krankheit, tragen sie dennoch zu eingeschränkter Beweglichkeit und Lebensqualität bei, insbesondere bei älteren Hunden. Manche orthopädische Erkrankungen sind erblich bedingt, andere entwickeln sich allmählich durch Alterung, Verletzungen oder langfristigen Gelenkverschleiß.
Regelmäßiges Gewichtsmanagement, angemessene Bewegung und eine frühzeitige orthopädische Untersuchung können dazu beitragen, die Auswirkungen vieler Erkrankungen des Bewegungsapparates zu verringern.
Orthopädische Erkrankung | Rasseprädisposition | Typisches Alter | Primäre klinische Anzeichen |
Hüftdysplasie | Mäßig | Junger Erwachsener | Lahmheit, Steifheit, Schwierigkeiten beim Aufstehen |
Arthrose | Mäßig | Senior | Eingeschränkte Beweglichkeit, Gelenkschmerzen |
Verletzung des vorderen Kreuzbandes | Niedrig bis mittel | Erwachsene | Plötzliche Lahmheit der Hintergliedmaße |
Degenerative Gelenkerkrankung | Mäßig | Senior | Chronische Gelenksteife |
Bandscheibenerkrankung (weniger häufig) | Niedrig | Variable | Schmerzen, Schwäche, neurologische Ausfälle |
Häufige klinische Anzeichen
Orthopädische Erkrankungen entwickeln sich oft schleichend, weshalb eine frühzeitige Erkennung wichtig ist.
Klinisches Zeichen | Mögliche Ursache |
Schwierigkeiten beim Stehen | Hüftdysplasie, Arthritis |
Unwilligkeit zu springen | Gelenkschmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit |
Steifheit nach der Ruhe | Arthrose |
Hinken | Hüfterkrankung, Bänderverletzung, Trauma |
Verminderte Belastungstoleranz | Schmerzen oder eingeschränkte Gelenkfunktion |
Muskelverlust in den Hinterbeinen | Chronische orthopädische Erkrankung |
Prävention und Langzeitmanagement
Obwohl vererbte orthopädische Erkrankungen nicht immer verhindert werden können, lassen sich ihre Auswirkungen durch verschiedene Behandlungsstrategien verringern.
Präventivmaßnahme | Nutzen |
Halten Sie ein ideales Körpergewicht | Reduziert die Belastung der Gelenke |
Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung | Erhält Muskelkraft und Gelenkbeweglichkeit |
Übermäßige körperliche Anstrengung während des Wachstums vermeiden | Unterstützt eine gesunde Skelettentwicklung |
Nahrungsergänzungsmittel für die Gelenkgesundheit (falls empfohlen) | Kann die Knorpelfunktion unterstützen |
Routinemäßige orthopädische Untersuchungen | Ermöglicht eine frühere Diagnose |
Hüftuntersuchung vor der Zucht | Hilft dabei, das Risiko erblicher Krankheiten zu verringern |
Eine frühzeitige Behandlung führt oft zu einer besseren langfristigen Beweglichkeit. Hunde mit anhaltender Lahmheit, Steifheit oder Schwierigkeiten beim Aufstehen sollten einer vollständigen orthopädischen Untersuchung unterzogen werden, um die Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung einzuleiten, bevor dauerhafte Gelenkschäden entstehen.
Krankheiten, gegen die Dobermänner möglicherweise resistenter sind
Obwohl Dobermänner eine Veranlagung zu einigen gut dokumentierten Erbkrankheiten aufweisen, gelten sie nicht als Hochrisikorasse für jede Hundeerkrankung . Verglichen mit Rassen, die eine starke genetische Veranlagung für bestimmte Erkrankungen haben, werden Dobermänner im Allgemeinen seltener mit einigen Krankheiten diagnostiziert.
Es ist wichtig zu verstehen, dass „resistenter“ nicht immun bedeutet . Jeder Hund kann diese Erkrankungen entwickeln. Die folgende Tabelle hebt lediglich Krankheiten hervor, die laut aktueller veterinärmedizinischer Literatur bei Dobermännern nicht als rassespezifische Hauptprobleme gelten .
Krankheit / Zustand | Dobermann-Risiko | Rassen mit höherer Veranlagung | Anmerkungen |
Brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS) | Niedrig | Englische Bulldogge, Französische Bulldogge, Mops | Dobermänner haben eine normale Schnauze und sind nicht anfällig für BOAS. |
Syringomyelie | Niedrig | Cavalier King Charles Spaniel | Bei Dobermännern selten beobachtet. |
Chiari-ähnliche Fehlbildung | Niedrig | Cavalier King Charles Spaniel | Gilt bei Dobermännern nicht als rassespezifische Störung. |
Bandscheibenerkrankung (Hansen Typ I) | Niedrig | Dackel, Beagle, Französische Bulldogge | Dobermänner sind häufiger vom Wobbler-Syndrom als von der klassischen Bandscheibendegeneration betroffen. |
Primäre Linsenluxation | Niedrig | Jack Russell Terrier, Miniature Bull Terrier | Selten bei der Dobermann-Rasse. |
Morbus Perthes | Sehr niedrig | Yorkshire Terrier, Zwergpinscher | Betrifft vor allem kleine Hunderassen. |
Patellaluxation | Niedrig | Chihuahua, Pomeranian, Zwergpudel | Weniger häufig als bei Zwerghunderassen. |
Degenerative Myelopathie | Niedrig | Deutscher Schäferhund, Boxer, Pembroke Welsh Corgi | Gilt nicht als eine der wichtigsten Erbkrankheiten der Rasse. |
Mitralklappenerkrankung | Niedrig | Cavalier King Charles Spaniel | Dobermänner sind weitaus häufiger von dilatativer Kardiomyopathie als von degenerativer Mitralklappenerkrankung betroffen. |
Trachealkollaps | Sehr niedrig | Yorkshire Terrier, Pomeranian | Selten aufgrund der größeren Atemwegsanatomie des Dobermanns. |
Warum manche Krankheiten seltener sind
Jede Hunderasse hat ihr eigenes genetisches Profil. Dobermänner haben zwar eine erbliche Veranlagung für Erkrankungen wie dilatative Kardiomyopathie, Von-Willebrand-Syndrom, Wobbler-Syndrom und Schilddrüsenunterfunktion , ihnen fehlen jedoch viele der anatomischen und genetischen Merkmale, die das Risiko für Krankheiten erhöhen, die häufig bei brachycephalen, chondrodystrophen oder Zwerghunderassen auftreten.
Dobermänner haben beispielsweise eine lange Schnauze, wodurch Atemwegsobstruktionssyndrome äußerst selten sind. Auch ihre Körperstruktur unterscheidet sich deutlich von Rassen wie dem Dackel, der genetisch bedingt anfällig für die Hansen-Krankheit Typ I ist. Neurologische Erkrankungen bei Dobermännern sind stattdessen häufiger mit einer Instabilität der Halswirbelsäule, dem sogenannten Wobbler-Syndrom, verbunden.
Hundehalter sollten bedenken, dass eine geringere rassebedingte Veranlagung das Risiko einer Erkrankung nicht ausschließt. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sind daher unabhängig von der Rasse unerlässlich.
Checkliste für die Gesundheitsvorsorge von Dobermännern
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gehören zu den effektivsten Methoden, Krankheiten zu erkennen, bevor sich die Symptome verschlimmern. Da einige häufige Dobermann-Erkrankungen symptomlos verlaufen, empfehlen Tierärzte oft regelmäßige Gesundheitschecks während des gesamten Hundelebens, auch wenn keine Symptome vorhanden sind.
Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Screening-Tests für die Rasse zusammen.
Screening-Test | Empfohlen für | Erkennt | Empfohlene Häufigkeit |
Körperliche Untersuchung | Alle Dobermänner | Allgemeine gesundheitliche Auffälligkeiten | Alle 6–12 Monate |
Echokardiographie | Erwachsene Hunde | Dilatative Kardiomyopathie (DCM) | Alle 12 Monate oder nach Empfehlung |
24-Stunden-Holter-Monitoring | Erwachsene Hunde | Herzrhythmusstörungen | Jährlich bei Hunden mittleren und höheren Alters |
Elektrokardiogramm (EKG) | Hunde mit Verdacht auf Herzkrankheit | Herzrhythmusstörungen | Nach Bedarf |
Von-Willebrand-DNA-Test | Hundezucht und Welpenzucht | Erbliche Blutgerinnungsstörung | Einmal im Leben |
Schilddrüsenprofil (T4, freies T4, cTSH) | Erwachsene Hunde | Hypothyreose | Alle 1–2 Jahre oder wenn sich klinische Anzeichen entwickeln |
Vollständiges Blutbild (CBC) | Alle Erwachsenen | Allgemeine Gesundheitsuntersuchung | Jährlich |
Serumbiochemie-Panel | Erwachsene und ältere Hunde | Leber-, Nieren- und Stoffwechselstörungen | Jährlich |
Leberfunktionsprüfung | Hunde mit erhöhtem Risiko | Chronische Hepatitis | Wie vom Tierarzt empfohlen |
Hüftröntgenaufnahmen | Zuchtkandidaten | Hüftdysplasie | Einmal nach Abschluss des Skelettwachstums |
Augenuntersuchung | Hundezucht und Senioren | Erbliche Augenerkrankungen | Wie empfohlen |
Empfohlene Gesundheitsuntersuchungen nach Alter
Alter | Empfohlene Bewertungen |
Welpe (0–12 Monate) | Körperliche Untersuchungen, Impfprogramm, gegebenenfalls Von-Willebrand-DNA-Test |
Junger Erwachsener (1–3 Jahre) | Jährliche Untersuchung, Blutbildanalyse, gegebenenfalls orthopädische Untersuchung |
Erwachsene (4–7 Jahre) | Jährliche Blutuntersuchungen, Schilddrüsen-Screening, Echokardiographie, Langzeit-EKG |
Senioren (8+ Jahre) | Umfassende Blutuntersuchung, Herz-Kreislauf-Screening, Leberfunktionsprüfung, Blutdruckmessung, orthopädische Untersuchung |
Durch die Einhaltung eines strukturierten Vorsorgeprogramms können viele gesundheitliche Probleme beim Dobermann erkannt werden, bevor sich schwere klinische Symptome entwickeln. Eine frühzeitige Diagnose verbessert nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten, sondern trägt auch dazu bei, die Lebensqualität des Hundes in jeder Lebensphase zu erhalten.
Warnsignale, die Dobermannbesitzer niemals ignorieren sollten
Viele der schwerwiegendsten Erkrankungen bei Dobermännern beginnen mit subtilen oder unspezifischen klinischen Anzeichen. Leider können Erkrankungen wie die dilatative Kardiomyopathie (DCM) oder chronische Hepatitis unbemerkt fortschreiten, bevor sie lebensbedrohlich werden. Das Erkennen von Frühwarnzeichen und die umgehende Konsultation eines Tierarztes können die Heilungschancen deutlich verbessern.
Die folgenden Symptome sollten niemals ignoriert werden, insbesondere wenn sie plötzlich auftreten oder sich weiter verschlimmern.
Klinisches Zeichen | Mögliche Grunderkrankung(en) | Tierärztliche Betreuung |
Zusammenbruch oder Ohnmacht | Dilatative Kardiomyopathie, Herzrhythmusstörungen | Sofort |
Atembeschwerden | Herzinsuffizienz, Magendrehung, schwere Atemwegserkrankung | Sofort |
Geschwollener oder sich rasch vergrößernder Bauch | Magendilatation-Volvulus (GDV) | Sofort |
Wiederholtes erfolgloses Würgen | GDV | Sofort |
Starke Blutungen nach leichten Verletzungen | Von-Willebrand-Krankheit | Dringend |
Blasses Zahnfleisch | Blutverlust, Schock, Herzkrankheit | Sofort |
Plötzliche Schwäche | Herzerkrankungen, neurologische Erkrankungen | Sofort |
Anhaltende Nackenschmerzen | Wobbler-Syndrom | Innerhalb von 24 Stunden |
Unsicherer Gang | Wobbler-Syndrom, neurologische Störungen | Innerhalb von 24 Stunden |
Appetitverlust, der länger als 24 Stunden anhält | Lebererkrankung, endokrine Erkrankung, systemische Erkrankung | Schnelle Bewertung |
Progressiver Gewichtsverlust | Chronische Hepatitis, Hypothyreose, systemische Erkrankung | Schnelle Bewertung |
Anhaltendes Erbrechen | Lebererkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen | Schnelle Bewertung |
Gelbes Zahnfleisch oder Augen | Lebererkrankung (Gelbsucht) | Sofort |
Belastungsintoleranz | Dilatative Kardiomyopathie, Hypothyreose | Tierärztliche Untersuchung empfohlen |
Haarausfall mit Lethargie | Hypothyreose | Tierärztliche Untersuchung empfohlen |
Wann sollten Sie einen Tierarzt kontaktieren?
Manche Erkrankungen können bis zu einem vereinbarten Termin warten, andere erfordern sofortige Notfallbehandlung. Dobermannbesitzer sollten die Behandlung niemals hinauszögern, wenn ihr Hund kollabiert, einen stark aufgedunsenen Bauch hat, Atemnot zeigt oder Anzeichen unkontrollierter Blutungen aufweist.
Auch relativ milde Symptome, wie eine allmählich abnehmende Belastbarkeit oder ein veränderter Gang, sollten nicht als normale Alterserscheinungen abgetan werden. Viele rassespezifische Erkrankungen sprechen besser auf eine frühzeitige Diagnose an.
Wie man Gesundheitsrisiken bei Dobermännern reduziert
Obwohl die Genetik nicht verändert werden kann, lassen sich viele Gesundheitsprobleme durch präventive tierärztliche Versorgung und verantwortungsvolles tägliches Management frühzeitig erkennen oder besser behandeln. Ein proaktiver Ansatz trägt oft dazu bei, sowohl die Lebensdauer als auch die Lebensqualität zu verbessern.
Präventivmaßnahme | Hauptvorteil |
Jährliche tierärztliche Untersuchungen einplanen | Früherkennung der Krankheit |
Führen Sie regelmäßige Herzuntersuchungen durch. | Frühere Diagnose der dilatativen Kardiomyopathie |
Einen idealen Körperzustand beibehalten | Reduziert die Belastung der Gelenke und des Herz-Kreislauf-Systems |
Füttern Sie eine vollständige, ausgewogene Ernährung. | Unterstützt die allgemeine Gesundheit |
Teilen Sie die Mahlzeiten täglich in zwei oder mehr Portionen auf. | Kann dazu beitragen, das Risiko einer Magenerweiterung zu verringern |
Vermeiden Sie anstrengende körperliche Betätigung unmittelbar nach den Mahlzeiten. | Kann das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes verringern |
Führen Sie routinemäßige Blutuntersuchungen durch. | Erkennt Leber- und endokrine Erkrankungen früher |
Vor der Zucht sollte ein DNA-Test in Betracht gezogen werden. | Verringert die Weitergabe von Erbkrankheiten |
Impfungen und Parasitenprophylaxe sollten auf dem neuesten Stand sein. | Schützt vor Infektionskrankheiten |
Verhaltens- und Aktivitätsänderungen überwachen | Ermöglicht die frühere Erkennung von Krankheiten |
Tipps für langfristige Gesundheit
Gesunde Dobermänner profitieren von regelmäßiger Bewegung, geistiger Anregung und konsequenter Vorsorge. Besitzer sollten sich zudem mit dem normalen Verhalten, Appetit, Atemmuster und Aktivitätsniveau ihres Hundes vertraut machen, um subtile Veränderungen, die auf eine beginnende Krankheit hindeuten könnten, leichter erkennen zu können.
Bei Zuchthunden sollten Gesundheitsuntersuchungen stets auch angemessene Herzuntersuchungen und, sofern verfügbar, ein genetisches Screening auf Erbkrankheiten umfassen. Verantwortungsbewusste Zuchtpraktiken sind nach wie vor eine der wirksamsten Methoden, die Häufigkeit von Erbkrankheiten innerhalb der Rasse zu reduzieren. Häufige Gesundheitsprobleme beim Dobermann
Häufig gestellte Fragen zu häufigen Gesundheitsproblemen beim Dobermann
Was ist das häufigste Gesundheitsproblem bei Dobermännern?
Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) gilt weithin als das bedeutendste Gesundheitsproblem bei Dobermännern. Es handelt sich um eine fortschreitende Herzerkrankung, die lange Zeit symptomlos verlaufen kann, bevor sie zu Herzinsuffizienz oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führt.
Sind Dobermänner anfällig für Herzkrankheiten?
Ja. Dobermänner haben eine der höchsten rassetypischen Veranlagungen zur dilatativen Kardiomyopathie (DCM), weshalb regelmäßige Herzuntersuchungen ein wichtiger Bestandteil der präventiven Gesundheitsvorsorge sind.
Werden Dobermänner mit der Von-Willebrand-Krankheit geboren?
Die Von-Willebrand-Krankheit ist eine vererbte genetische Erkrankung. Betroffene Hunde werden mit der genetischen Mutation geboren, obwohl klinische Symptome erst später im Leben oder nach einer Operation oder Verletzung auftreten können.
In welchem Alter entwickeln Dobermänner üblicherweise gesundheitliche Probleme?
Manche Erbkrankheiten sind angeboren, andere entwickeln sich erst im Erwachsenenalter. Herzkrankheiten, Schilddrüsenunterfunktion und chronische Hepatitis werden am häufigsten bei mittelalten bis älteren Dobermännern diagnostiziert.
Sollten gesunde Dobermänner routinemäßigen Herzuntersuchungen unterzogen werden?
Ja. Da eine dilatative Kardiomyopathie über Monate oder Jahre unbemerkt fortschreiten kann, empfehlen viele Veterinärkardiologen regelmäßige Echokardiographie und Holter-Monitoring für erwachsene Dobermänner, auch wenn keine klinischen Anzeichen vorliegen.
Sind Dobermänner gegen irgendwelche Krankheiten resistent?
Dobermänner gelten im Allgemeinen als weniger anfällig für verschiedene Erkrankungen, die häufig bei brachycephalen, Zwerg- oder chondrodystrophen Rassen auftreten, wie beispielsweise das Brachycephale Obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS), Patellaluxation und die Hansen-Krankheit Typ I. Allerdings ist keine Hunderasse völlig immun gegen Krankheiten.
Wie alt werden Dobermänner im Durchschnitt?
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Dobermanns beträgt etwa 10 bis 13 Jahre , wobei Genetik, präventive Gesundheitsvorsorge, Ernährung, Bewegung und Früherkennung von Krankheiten die Lebensdauer beeinflussen.
Quellen
Quelle | Link öffnen |
American Kennel Club (AKC) – Dobermann Pinscher | |
AKC Canine Health Foundation – Dilatative Kardiomyopathie (DCM) | |
Konsensuserklärung des American College of Veterinary Internal Medicine (ACVIM): Dilatative Kardiomyopathie bei Hunden | |
Merck Veterinary Manual – Dilatative Kardiomyopathie bei Hunden | |
Merck Veterinärhandbuch – Von-Willebrand-Krankheit | |
Merck Veterinary Manual – Hypothyreose bei Hunden | |
Merck Veterinary Manual – Magendilatation und -volvulus (GDV) | |
Merck Veterinary Manual – Chronische Hepatitis bei Hunden | |
VCA Tierkliniken – Dilatative Kardiomyopathie bei Hunden | |
VCA Tierkliniken – Von-Willebrand-Krankheit bei Hunden | |
VCA Tierkliniken – Magendrehung (Magendilatation-Volvulus) | |
VCA Tierkliniken – Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden | |
Orthopädische Stiftung für Tiere (OFA) – Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge | |
UC Davis Veterinärgenetiklabor (VGL) – Gesundheitsinformationen zur Dobermann-Rasse | |
Europäische Gesellschaft für Veterinärkardiologie (ESVC) | |
WSAVA (Weltverband der Kleintierärzte) – Globale Leitlinien | |
VetCompass-Programm – Royal Veterinary College | |
Dobermann-Diversitätsprojekt | |
Dobermann Pinscher Club von Amerika (DPCA) – Gesundheitsinformationen | |
Veterinärklinik Mersin Vetlife |




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