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Ohrenentzündungen beim Hund – Symptome, Diagnose und Behandlung

  • Autorenbild: Veteriner Hekim Ali Kemal DÖNMEZ
    Veteriner Hekim Ali Kemal DÖNMEZ
  • 31. Dez. 2025
  • 17 Min. Lesezeit

Was ist eine Ohrenentzündung beim Hund?

Eine Ohrenentzündung (Otitis) beim Hund ist eine Entzündung des äußeren, mittleren oder inneren Gehörgangs. Sie entsteht meist durch Feuchtigkeit, Schmutz oder die unkontrollierte Vermehrung von Mikroorganismen (insbesondere Bakterien und Pilzen) im Gehörgang. Der Gehörgang des Hundes ist L-förmig und gekrümmt. Diese anatomische Struktur schränkt die Luftzirkulation ein und führt zu Feuchtigkeit im Inneren. Das feuchte und dunkle Milieu bietet einen idealen Nährboden für Bakterien, Pilze und Hefen.

Ohrenentzündungen können bei Hunden jeden Alters auftreten, sind aber bei langhaarigen oder hängenden Ohrenrassen (wie Cocker Spaniels, Basset Hounds und Golden Retrievers ) deutlich häufiger. Bei diesen Hunden ist die Luftzirkulation im Ohr unzureichend, was zu einer erhöhten Ohrtemperatur führt und das Wachstum von Mikroorganismen begünstigt.

Eine Mittelohrentzündung beim Hund verursacht nicht nur Juckreiz oder unangenehmen Geruch; unbehandelt kann sie zu dauerhaftem Hörverlust, Kopfschiefhaltung (vestibulärer Störung) oder Gleichgewichtsstörungen führen. Im Verlauf der Infektion kann sich die Entzündung vom äußeren Gehörgang auf das Mittel- und Innenohr ausbreiten. Dann handelt es sich nicht mehr nur um einfache Ohrenschmalzablagerungen, sondern um eine ernsthafte neurologische Erkrankung.

Die Behandlung ist bei frühzeitiger Erkennung recht einfach. Ignorieren Hundehalter jedoch Anzeichen wie Ohrenkratzen, Kopfschütteln oder unangenehmen Geruch, kann die Infektion chronisch werden und eine Langzeitbehandlung erfordern. Ohrenentzündungen bei Hunden sind daher aus anatomischen und hygienischen Gründen eine häufige Erkrankung, lassen sich aber bei frühzeitiger Behandlung vollständig in den Griff bekommen.

Ohrenentzündungen bei Hunden

Arten von Ohrenentzündungen beim Hund (Otitis externa, Otitis media und Otitis interna)

Ohrenentzündungen beim Hund werden anhand des Infektionsortes in drei Hauptgruppen eingeteilt: Otitis externa , Otitis media und Otitis interna. Jede dieser Gruppen erfordert unterschiedliche klinische Erscheinungsbilder und Behandlungsansätze.

1. Otitis externa (Äußere Ohrentzündung)

Dies ist die häufigste Form der Ohrenentzündung. Die Infektion entsteht im äußeren Gehörgang und breitet sich von der Ohrmuschel bis zum Trommelfell aus. Ursachen können übermäßige Feuchtigkeit, Ohrenschmalzansammlungen, Fremdkörper (wie z. B. Grassamen), allergische Dermatitis oder unzureichende Reinigung sein. Symptome sind übler Geruch, bräunlicher Ausfluss, Rötung im Ohr und Juckreiz. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit antibakteriellen oder antimykotischen Tropfen. Liegt jedoch eine Allergie vor, sollte auch die zugrunde liegende Hauterkrankung behandelt werden.

2. Mittelohrentzündung (Otitis media)

Breitet sich die Infektion vom Außenohr auf das Mittelohr aus, spricht man von einer Mittelohrentzündung (Otitis media). Meist gelangen Mikroorganismen durch einen Trommelfellriss in die Mittelohrhöhle. Der Hund hält den Kopf schief, und Schmerzen sowie Schwellungen im Ohr sind deutlich sichtbar. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu Hörverlust kommen. Diese Erkrankung ist in der Regel die Folge einer lange unbehandelten Außenohrentzündung. Die Behandlung umfasst systemische Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente; in manchen Fällen kann eine Reinigung des Trommelfells oder ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

3. Otitis Interna (Innenohrentzündung)

Dies ist die schwerste Form der Mittelohrentzündung. Wenn die Infektion das Innenohr erreicht, werden Gleichgewichtsorgan und Nerven beeinträchtigt. Der Hund kann Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen, Nystagmus (Augenzittern) und Koordinationsprobleme zeigen. Eine Otitis interna entwickelt sich meist als Folge einer Mittelohrentzündung. Die Behandlung ist langwierig und komplex und erfordert oft systemische Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente und unterstützende Flüssigkeitstherapie. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu dauerhaftem Gleichgewichts- oder Hörverlust kommen.

Diese drei Infektionsarten hängen wie die Glieder einer Kette zusammen. Wird eine äußere Ohrenentzündung nicht rechtzeitig behandelt, kann sie sich auf das Mittelohr und dann auf das Innenohr ausbreiten und dauerhafte Schäden verursachen. Daher sollten Sie Ihren Hund umgehend einem Tierarzt vorstellen, wenn Sie einen unangenehmen Geruch, Juckreiz oder Ausfluss im Ohr bemerken.

Ohrenentzündungen bei Hunden

Ursachen von Ohrenentzündungen bei Hunden (Primäre und sekundäre Faktoren)

Ohrenentzündungen bei Hunden werden durch ein Zusammenspiel zahlreicher Faktoren verursacht. Grundsätzlich lassen sich die Ursachen in zwei Hauptgruppen einteilen: primäre und sekundäre Faktoren.

1. Primäre Faktoren

Dies sind die Faktoren, die die Infektion unmittelbar auslösen.

a. Allergien : Bei Hunden können Futtermittelallergien oder Umweltallergene (Pollen, Hausstaub, Schimmelpilzsporen) Entzündungen der Ohrinnenhaut auslösen. Dies führt zu Juckreiz und vermehrtem Ausfluss und schafft so ein günstiges Umfeld für Mikroorganismen. Auch eine durch Flöhe verursachte allergische Dermatitis kann Ohrenentzündungen begünstigen.

b. Parasiten : Bestimmte Milben, insbesondere die Ohrmilbe ( Otodectes cynotis ), leben im Gehörgang. Diese Parasiten verursachen starken Juckreiz, dunkles Ohrenschmalz und einen unangenehmen Geruch. Sie treten besonders häufig bei Welpen auf.

c. Fremdkörper: Materialien wie Grassamen, Staub, kleine Insekten oder Sand können in den Gehörgang gelangen und mechanische Reizungen verursachen. Diese Reizung kann den Weg für eine Infektion ebnen.

d. Anatomische Faktoren: Die Struktur des Gehörgangs kann bei manchen Hunden die Luftzirkulation behindern und sie dadurch anfälliger für Infektionen machen. Dies kommt häufig bei Rassen mit Hängeohren (z. B. Cocker Spaniels, Basset Hounds) oder übermäßig behaarten Ohren vor.

e. Hormonelle und Stoffwechselstörungen: Erkrankungen wie Hypothyreose und das Cushing-Syndrom stören das Ölgleichgewicht der Haut und schaffen einen idealen Nährboden für unkontrollierte Mikroorganismen.

2. Sekundäre Faktoren

Das im Ohr nach dem Auftreten der primären Ursachen entstehende Milieu führt zu einer übermäßigen Vermehrung bestimmter Mikroorganismen. Diese Mikroorganismen verursachen das Fortschreiten der Erkrankung.

a. Bakterien: Die häufigsten Erreger sind Staphylococcus pseudintermedius , Pseudomonas aeruginosa und Proteus mirabilis . Diese Bakterien äußern sich durch üblen Geruch, eitrigen Ausfluss und verdickte Ohrhaut.

b. Pilze und Hefe (Malassezia pachydermatis): Dieser natürlich in der Ohrflora von Hunden vorkommende Pilz wird bei geschwächtem Immunsystem pathogen. Er verursacht insbesondere ein bräunliches, klebriges Sekret und einen süßlichen Geruch.

c. Falsche oder übermäßige Reinigung: Häufiges Reinigen des Ohrinneren mit Wattestäbchen kann das Trommelfell schädigen oder das Gleichgewicht der Ohrflora stören. Dadurch erhöht sich das Infektionsrisiko.

d. Feuchtigkeit und Wasserkontakt: Bei Hunden, die gerne schwimmen oder Rassen, die häufig gebadet werden, beschleunigt Wasser, das in den Ohren verbleibt, das Bakterienwachstum.

3. Prädisponierende Faktoren

Diese Faktoren verursachen nicht von sich aus eine Infektion, erhöhen aber das Risiko, dass sie auftritt.

  • Übermäßig behaarter Gehörgang

  • Unzureichende Luftzirkulation

  • heißes und feuchtes Klima

  • Schwaches Immunsystem

  • Langzeitanwendung von Antibiotika

  • Strukturelle Verengung im äußeren Gehörgang

Ohrenentzündungen entstehen meist durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Anfangs können sie sich durch leichte Rötung oder Geruchsbildung äußern, unbehandelt können sie sich jedoch schnell auf das Mittel- und Innenohr ausbreiten.

Hunderassen, die anfällig für Ohrenentzündungen sind

Die folgende Tabelle fasst Hunderassen zusammen, die aufgrund ihrer Ohrstruktur, Felldichte und genetischen Veranlagung anfällig für Infektionen sind:

Wettrennen

Prädispositionsniveau

Erläuterung

Cocker Spaniel

Sehr hoch

Die hängende Ohrstruktur und die dichte Ohrbehaarung können den Luftstrom behindern.

Basset

Sehr hoch

Chronische Mittelohrentzündungen treten häufig aufgrund des langen Gehörgangs und der feuchtigkeitsspeichernden Hautstruktur auf.

Golden Retriever

Hoch

Häufiges Baden und die Vorliebe fürs Schwimmen führen zu Feuchtigkeitsansammlungen.

Hoch

Häufiges Schwimmen und eine stark fettige Hautstruktur begünstigen Infektionen.

Mitte

Zu viel Haar im Ohr kann die Luftzirkulation behindern.

Mitte

Auch bei Stehohren kann es aufgrund einer Veranlagung zu allergischer Dermatitis zu einer sekundären Otitis kommen.

Mitte

Der Gehörgang ist mit Haaren gefüllt, was zu einer schlechten Luftzirkulation führt.

Mitte

Bakterielle Mittelohrentzündungen treten häufig aufgrund von hängenden Ohren und Feuchtigkeitsansammlungen im Ohr auf.

Mitte

Ein enger Gehörgang und Hautfalten begünstigen eine chronische Mittelohrentzündung.

Dalmatiner

Niedrig

Trotz der offenen Ohrstruktur können allergische Infektionen auftreten.

Der Hinweis auf „hohe Anfälligkeit“ in der Tabelle bedeutet, dass diese Rassen wahrscheinlich mehr als einmal pro Jahr an Mittelohrentzündung erkranken. Dieses Risiko lässt sich jedoch durch regelmäßige Reinigung und tierärztliche Untersuchungen vollständig vermeiden.

Ohrenentzündung beim Hund

Symptome einer Ohrenentzündung beim Hund

Ohrenentzündungen bei Hunden verlaufen meist langsam und sind anfangs oft schwer zu erkennen. Aufmerksame Hundehalter bemerken die Erkrankung jedoch möglicherweise frühzeitig an bestimmten Verhaltens- und körperlichen Veränderungen. Je nach Stadium der Infektion reichen die Symptome von mild bis schwer.

1. Frühe Symptome

  • Juckreiz: Der Hund kratzt sich ständig mit der Pfote am Ohr oder reibt es am Boden.

  • Kopfschütteln: Hunde, die Flüssigkeit oder Druck in ihren Ohren verspüren, schütteln häufig den Kopf.

  • Rötung und Schwellung: Es kann zu einer leichten Rötung und einem Wärmegefühl an der Innenseite des Ohrläppchens kommen.

  • Übler Geruch: Ein süßlicher, starker Geruch ist oft wahrnehmbar, insbesondere bei Pilz- und Hefeinfektionen.

  • Ohrenausschlag oder -ausfluss: Es kann zu braunem, gelbem oder schwarzem Ausfluss kommen.

2. Anzeichen einer fortgeschrittenen Infektion

  • Schmerz und Reaktion: Der Hund lässt sich nicht am Ohr berühren und winselt möglicherweise sogar vor Schmerzen.

  • Gleichgewichtsstörungen: Infektionen, die das Innenohr erreichen, können zu Kopfneigung und Gangunsicherheit führen.

  • Appetitlosigkeit und Unruhe: Aufgrund des anhaltenden Unbehagens kann der Hund die Nahrungsaufnahme verweigern.

  • Verdickung der Ohrhaut: In chronischen Fällen verdickt sich die Ohrhaut und verändert ihre Farbe.

  • Flüssigkeitsansammlung im Ohr: Bei Mittelohrentzündungen führt der erhöhte Druck zu einer Flüssigkeitsansammlung.

3. Verhaltensänderungen

Da Hunde Schmerzen nicht direkt äußern können, muss ihr Verhalten genau beobachtet werden.

  • Unruhe im Schlaf, häufiges Hin- und Herwälzen,

  • Da er den Besitzer nicht ansprechen wollte,

  • Das Verhalten, den Kopf an Wänden oder Gegenständen zu reiben,

  • Häufig werden Verhaltensweisen wie beispielsweise eine verminderte Lust am Spielen beobachtet.

Werden die Symptome ignoriert, kann sich die Infektion auf das Mittel- oder Innenohr ausbreiten. Dies kann zu Hörverlust, anhaltender Kopfschiefhaltung (Vestibularsyndrom) und sogar zu neurologischen Komplikationen führen.

Diagnose- und Identifizierungsmethoden für Ohrenentzündungen bei Hunden

Für die korrekte Behandlung von Ohrenentzündungen ist die genaue Bestimmung der Ursache und des Erregers erforderlich. Tierärzte nutzen hierfür sowohl die körperliche Untersuchung als auch Labortests.

1. Körperliche Untersuchung

Der Tierarzt untersucht den Gehörgang mit einem Otoskop. Dabei werden Rötungen, Schwellungen, Ausfluss sowie das Vorhandensein von Fremdkörpern oder Parasiten beobachtet. Auch der Zustand des Trommelfells (Unversehrtheit, Perforation, Transparenz) wird im Rahmen dieser Untersuchung beurteilt. Ein Trommelfellriss deutet darauf hin, dass sich die Infektion auf das Mittelohr ausgebreitet hat.

2. Zytologische Untersuchung

Eine mit einem Wattestäbchen aus dem Ohr entnommene Probe wird unter einem Mikroskop untersucht.

  • Vorhandensein von Bakterien → Antibiotikabehandlung erforderlich.

  • Bei Vorhandensein von Hefepilzen/Pilzen werden Antimykotika bevorzugt.

  • Bei Befall mit Parasiten (Milben) werden milbenabtötende Tropfen angewendet. Mit dieser Methode lässt sich die Ursache des Befalls schnell und kostengünstig ermitteln.

3. Anzucht und Antibiotikaresistenztestung

Bei chronischen oder resistenten Infektionen wird die Probe im Labor kultiviert. Dabei werden die Bakterienart und ihre Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika bestimmt. Dieser Test ist besonders wichtig bei Infektionen mit Pseudomonas und Proteus .

4. Bildgebende Verfahren (Röntgen / CT / MRT)

Röntgenaufnahmen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) werden eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Beteiligung des Mittel- oder Innenohrs besteht. Diese Verfahren zeigen, ob Flüssigkeitsansammlungen oder Verformungen der Knochenstrukturen hinter dem Trommelfell vorliegen.

Bei Verdacht auf eine systemische Infektion oder eine Stoffwechselstörung (wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion) werden Bluttests durchgeführt, um die zugrunde liegenden Erkrankungen zu untersuchen.

Werden diese Diagnosemethoden gemeinsam angewendet, kann der Tierarzt die Ursache und den Schweregrad der Infektion sowie den Behandlungsplan genau bestimmen. Eine frühzeitige Diagnose verkürzt die Behandlungsdauer und erhält die Lebensqualität des Hundes.


Behandlungsmethoden für Ohrenentzündungen bei Hunden (Medizinische und unterstützende Maßnahmen)

Die Behandlung von Ohrenentzündungen beim Hund richtet sich nach der Art der Erkrankung (Otitis externa, media oder interna), ihrer Ursache (Bakterien, Pilze, Parasiten, Allergie) und ihrem Schweregrad. Jeder Behandlungsplan umfasst drei grundlegende Phasen: Reinigung , medikamentöse Behandlung und unterstützende Maßnahmen.

1. Ohrenreinigung

Der erste Behandlungsschritt ist die sorgfältige Reinigung des Gehörgangs. Der Tierarzt entfernt angesammelten Schmutz, Ausfluss und Ablagerungen mit antiseptischen oder pH-neutralen Speziallösungen. Dieser Schritt erhöht die Wirksamkeit der Medikamente. Sollten Sie die Ohren zu Hause reinigen, verwenden Sie ausschließlich vom Tierarzt empfohlene Produkte. Vermeiden Sie eine gründliche Reinigung mit Wattestäbchen, da diese das Trommelfell beschädigen kann.

2. Äußerliche Behandlung (Tropfen und Salben)

Bei leichten bis mittelschweren Fällen von Otitis externa reichen in der Regel topische Medikamente aus. Diese Medikamente können antibakterielle, antimykotische oder antiparasitäre Wirkstoffe enthalten.

  • Bei bakteriellen Infektionen werden Augentropfen mit den Wirkstoffen Gentamicin, Enrofloxacin und Florfenicol bevorzugt.

  • Bei Pilzinfektionen werden Kombinationspräparate mit Miconazol, Clotrimazol oder Ketoconazol eingesetzt.

  • Bei Parasitenbefall sind Präparate mit Selemectin, Moxidectin oder Imidacloprid wirksam. Der Tierarzt wählt das geeignete Medikament anhand der Kulturergebnisse aus. Unkontrollierter Medikamenteneinsatz kann zur Resistenzentwicklung führen.

3. Systemische (orale oder per Injektion verabreichte) Behandlung

Hat sich die Infektion auf das Mittel- oder Innenohr ausgebreitet, reicht eine äußerliche Behandlung möglicherweise nicht aus. In diesem Fall werden zusätzlich orale Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente verabreicht. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) werden zur Schmerzlinderung eingesetzt, und Breitbandantibiotika (z. B. Amoxicillin-Clavulansäure, Enrofloxacin) dienen der Bekämpfung der Infektion.

4. Unterstützende Behandlung und Ernährung

Das Immunsystem des Hundes spielt eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen. Omega-3-Fettsäuren, Zink, Vitamin E und Probiotika können die Genesung beschleunigen. Zusätzlich kann die wöchentliche Anwendung von pH-regulierenden Lösungen, die vom Tierarzt empfohlen werden, dazu beitragen, die Ohrflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

5. Chronische oder resistente Fälle

Bei chronischer Mittelohrentzündung kann es zu einer Verdickung und Verengung des Gehörgangs kommen. Dadurch wird es für Medikamente schwierig, das Ohr zu erreichen. Gegebenenfalls kann der Tierarzt unter Sedierung eine Tiefenreinigung oder eine operative Öffnung des Gehörgangs (laterale Resektion) vornehmen. In sehr seltenen Fällen kann bei stark geschädigten und schmerzhaften Ohren eine vollständige Gehörgangsablation (TECA) erforderlich sein.

Die Behandlung dauert in der Regel zwischen 2 und 4 Wochen. In chronischen Fällen kann sie sich jedoch auf bis zu 8 Wochen erstrecken.

Komplikationen und Prognose unbehandelter Ohrenentzündungen

Unbehandelte oder unsachgemäß behandelte Ohrenentzündungen können nicht nur zu lokalen, sondern auch zu systemischen Komplikationen führen.

1. Beteiligung des Mittel- und Innenohrs

Eine Mittelohrentzündung entsteht, wenn sich eine Infektion im äußeren Gehörgang ausbreitet und hinter das Trommelfell gelangt. Dies kann zu dauerhaftem Hörverlust und Nervenschäden führen . Eine Innenohrentzündung liegt vor, wenn die Infektion das Innenohr erreicht und neurologische Symptome wie Gleichgewichtsstörungen, Augenzucken (Nystagmus) und Kopfschiefhaltung auftreten.

2. Chronische Otitis und Gewebeverdickung

Anhaltende Infektionen führen zu Gewebeverdickungen (Fibrose) und Knorpelverformungen im Gehörgang. Dadurch verengt sich der Gehörgang, der Luftstrom wird reduziert und ein Teufelskreis der Infektion entsteht.

3. Ausbreitung auf die Hirnhäute (Risiko einer Meningitis)

In sehr seltenen Fällen kann sich die Infektion vom Innenohr auf die Hirnhäute (die das Gehirn umgebenden Membranen) ausbreiten. In diesem Fall zeigt der Hund Symptome wie starke Kopfschmerzen, Fieber und Krampfanfälle.

4. Dauerhafter Hörverlust

Langfristige Entzündungen und Gewebeschäden beeinträchtigen die Schallübertragung. Dieser Zustand ist in der Regel irreversibel. Das Risiko ist insbesondere bei älteren Hunden erhöht.

5. Verhaltensauswirkungen

Anhaltende Schmerzen und Unbehagen können bei Hunden Stress und Aggressionen auslösen. Der Schlafrhythmus wird gestört, und es kann zu reaktivem Verhalten gegenüber dem Besitzer kommen.

Die Prognose (Heilungswahrscheinlichkeit) ist bei frühzeitiger Diagnose und korrekter Behandlung sehr gut. 90 % der äußeren Gehörgangsentzündungen heilen innerhalb von drei Wochen vollständig aus. Bei chronischen oder inneren Gehörgangsentzündungen dauert die Behandlung jedoch länger, und es können bleibende Schäden auftreten.

Ohrenentzündung beim Hund

Ohrpflege zu Hause und Möglichkeiten zur Vorbeugung eines erneuten Auftretens der Infektion

Die Behandlung von Ohrenentzündungen ist genauso wichtig wie vorbeugende Maßnahmen, um ein Wiederauftreten zu verhindern . Bei anfälligen Rassen kann diese Erkrankung chronisch werden. Regelmäßige Pflege und gute Hygiene können dieses Risiko vollständig ausschließen.

1. Regelmäßige Inspektion und Reinigung

Die Ohren Ihres Hundes sollten mindestens einmal wöchentlich kontrolliert werden. Wenden Sie sich an einen Tierarzt, wenn Sie Rötungen, Geruch, Ausfluss oder übermäßige Verschmutzung feststellen. Wattestäbchen sind zur Reinigung ungeeignet. Verwenden Sie stattdessen tierärztlich empfohlene Ohrreinigungslösungen und weiche Gaze.

2. Achten Sie auf Luftfeuchtigkeit und Wasser.

Mikroorganismen wie Flöhe und Pilze vermehren sich in feuchter Umgebung rasant. Nach dem Schwimmen oder Baden muss der Gehörgang Ihres Hundes gründlich getrocknet werden. Dies kann vorsichtig mit einem Handtuch oder einem Föhn auf niedriger Stufe erfolgen.

3. Haarentfernung

Zu lange Ohrhaare können die Luftzirkulation behindern. Falls nötig, sollten sie von einem Tierarzt vorsichtig gekürzt werden. Versuchen Sie nicht, sie selbst mit einer Schere zu kürzen.

4. Ernährung und Unterstützung des Immunsystems

Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für gesunde Haut. Nahrungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren, Zink und Biotin stärken die natürliche Schutzbarriere der Ohrhaut. Für Hunde mit Allergieneigung ist eine vom Tierarzt empfohlene hypoallergene Ernährung vorzuziehen.

5. Allergiemanagement

Wurde bei Ihrem Hund eine Futtermittel- oder Umweltallergie diagnostiziert, sollte der Kontakt mit dem Allergen minimiert werden. Während der Pollensaison sollte die Zeit im Freien reduziert und ein Luftreiniger in Innenräumen verwendet werden.

6. Parasitenbekämpfung

Äußere Parasiten (insbesondere Ohrmilben und Flöhe) können Ohrenentzündungen begünstigen. Regelmäßige Behandlungen gegen äußere Parasiten unterbrechen diesen Kreislauf. Außerdem sollte die Ohrenschmalzbildung im Gehörgang kontrolliert und übermäßige Reinigung vermieden werden, um die natürliche Ohrflora nicht zu stören.

Diese Maßnahmen sind der sicherste Weg, die Ohrengesundheit Ihres Hundes zu schützen. Regelmäßige Pflege beugt nicht nur Infektionen vor, sondern verbessert auch die Lebensqualität Ihres Hundes.

Wie reinigt man die Ohren eines Hundes nach einer Ohrenentzündung?

Nach Abschluss der Behandlung muss die Ohrflora wiederhergestellt werden. Denn antibakterielle Medikamente reduzieren sowohl schädliche als auch nützliche Mikroorganismen. Daher ist eine kontrollierte und regelmäßige Reinigung während der Heilungsphase von großer Bedeutung.

1. Auswahl der geeigneten Reinigungslösung

Es sollten antiseptische, saure oder pH-neutrale Reinigungsmittel verwendet werden, die von einem Tierarzt empfohlen werden. Lösungen mit Alkohol oder Wasserstoffperoxid reizen das Trommelfell und dürfen keinesfalls verwendet werden. In chronischen Fällen helfen Lösungen mit Milchsäure oder Borsäure, das Gleichgewicht von Bakterien und Pilzen wiederherzustellen.

2. Reinigungshäufigkeit

Es wird empfohlen, das Ohr in den ersten zwei Wochen alle zwei bis drei Tage zu reinigen. Danach kann die Reinigung wöchentlich erfolgen. Häufiges Reinigen sollte vermieden werden, da es die natürliche Schutzschicht des Trommelfells beeinträchtigen kann.

3. Reinigungsverfahren (Schritt für Schritt)

  1. Heben Sie das Ohr des Hundes vorsichtig nach oben.

  2. Ein paar Tropfen der Lösung in den Gehörgang einträufeln.

  3. Massieren Sie sanft die Ohrbasis, um die Flüssigkeit besser zu verteilen.

  4. Lassen Sie den Hund den Kopf schütteln; dadurch wird der Schmutz entfernt.

  5. Eventuelle Sekretansammlungen mit Gaze oder Watte abwischen.

Die Ohren sollten nach der Reinigung trocken gehalten werden. Sollte der Hund nach der Reinigung Schmerzen verspüren, könnte eine Infektion oder Reizung vorliegen. In diesem Fall ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.

4. Zu berücksichtigende Punkte

  • Führen Sie niemals harte Gegenstände tief in den Gehörgang ein.

  • Bei Auftreten von schaumigem oder blutigem Ausfluss ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich; eine Reinigung der betroffenen Stelle sollte nicht versucht werden.

  • Wenn der üble Geruch nach der Reinigung weiterhin besteht, könnte die Infektion erneut aufgetreten sein.

Die Ohrreinigung ist mehr als nur eine Routine; sie ist ein Hygieneprotokoll, das wiederkehrenden Infektionen vorbeugt. Bei regelmäßiger Anwendung schützt sie die Ohrflora und ermöglicht die Früherkennung potenzieller Infektionen.


Ohrenentzündungen bei Hunden und die Verantwortung des Besitzers

Ohrenentzündungen lassen sich nicht allein durch tierärztliche Behandlung vollständig heilen. Die Verantwortung des Besitzers spielt eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg und die langfristige Wirksamkeit. Das Lebensumfeld, die Ernährung, die Hygiene und regelmäßige Kontrolluntersuchungen des Hundes beeinflussen den Heilungsprozess maßgeblich.

1. Beobachtungsverantwortung

Hundehalter sollten das Verhalten ihres Hundes regelmäßig beobachten, um frühzeitig Veränderungen der Ohrengesundheit zu erkennen. Bei anhaltendem Kopfschütteln, Ohrenkratzen oder ungewöhnlichem Geruch sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Die Annahme, dass es von selbst wieder verschwindet, kann dazu führen, dass sich eine einfache Mittelohrentzündung zu einer Innenohrentzündung entwickelt.

2. Therapietreue

Die regelmäßige Anwendung der vom Tierarzt verschriebenen Medikamente ist entscheidend. Ein vorzeitiges Absetzen der Medikamente kann zu einem erneuten Auftreten der Infektion und zur Entwicklung von Resistenzen bei den Bakterien führen. Ohrentropfen und orale Medikamente sollten täglich zur gleichen Zeit über die empfohlene Dauer verabreicht werden.

3. Bewusstsein für die Ohrenreinigung

Hundebesitzer sollten die Ohrenreinigung niemals als bloße „kosmetische Pflege“ betrachten. Regelmäßige Reinigung ist ein medizinischer Eingriff, der das Wiederauftreten von Infektionen verhindert. Dies ist besonders wichtig für Hunde, die gerne schwimmen; die Ohren sollten nach jedem Bad gereinigt werden.

4. Umwelthygiene

Hundebett, Decke, Futternapf und Spielzeug sollten wöchentlich gewaschen werden. Feuchte Umgebungen bieten Mikroorganismen ideale Wachstumsbedingungen; daher sollte die Wohnung trocken und gut belüftet sein.

5. Ernährung und Unterstützung

Die Stärkung des Immunsystems Ihres Hundes liegt in Ihrer Verantwortung als Besitzer. Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren, Biotin, Zink und Vitamin E beschleunigen die Heilung von Hautgewebe. Bei Hunden mit Allergien ist es zudem unerlässlich, den vom Tierarzt empfohlenen Ernährungsplan einzuhalten.

6. Steuerung und Überwachung

Auch nach Abschluss der Behandlung sollten tierärztliche Kontrolluntersuchungen nicht vernachlässigt werden. Die meisten Mittelohrentzündungen treten innerhalb von zwei bis drei Monaten nach vollständiger Genesung erneut auf; regelmäßige Nachuntersuchungen minimieren dieses Risiko.

Hundebesitzer sollten bedenken, dass Ohrenentzündungen nicht nur eine „Krankheit“ sind, sondern auch eine langfristige Pflegeverantwortung mit sich bringen .

Unterschiede zwischen Ohrenentzündungen bei Hunden und Katzen

Obwohl die Ohrstrukturen von Hunden und Katzen ähnlich sind, unterscheiden sich Verlauf, Ursachen und Behandlungsansätze von Infektionen. Der folgende Vergleich fasst diese Unterschiede zusammen:

Kriterium

Bei Hunden

Bei Katzen

Häufigkeit

Das kommt sehr häufig vor; besonders häufig bei Rassen mit Hängeohren.

Weniger häufig; wird in der Regel durch Ohrmilben verursacht.

Hauptfaktoren

Bakterien, Pilze, Allergien, Parasiten

Otodectes cynotis (Ohrmilben), ein Pilz.

Geruch und Abluft

Typischerweise ein starker Geruch und gelb-brauner Ausfluss.

Weniger geruchsintensiver, braun-trockener Ausschlag.

Verhaltenssymptome

Kopfschütteln, Ohrenkratzen, Unruhe

Kopfschiefhaltung, übermäßiges Lecken, Ohrenreizung

Behandlungsansatz

Kombination (topische + systemische Medikamente)

Tropfen zur äußerlichen Anwendung sind in der Regel ausreichend.

Tendenz zur Chronifizierung.

Hoch; insbesondere bei allergischen Bevölkerungsgruppen.

Gering; die Erholung erfolgt schnell, sobald der Befall beseitigt ist.

Anatomische Faktoren

L-förmiger, langer Gehörgang, feuchtigkeitsspeichernde Struktur.

Ein kürzerer und steilerer Gehörgang ermöglicht eine bessere Luftzirkulation.

Komplikationsrisiko

Es kann sich auf das Mittel- und Innenohr ausbreiten.

Es breitet sich nur selten bis ins Mittelohr aus.

Diese Unterschiede sind besonders wichtig in Haushalten mit mehreren Haustieren. Ohrmilben können von einer Katze auch auf einen Hund übertragen werden; allerdings ist dasselbe Medikament möglicherweise nicht für beide Tierarten geeignet. Daher sollte der Tierarzt je nach Tierart ein individuelles Behandlungsschema festlegen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ohrenentzündungen bei Hunden häufiger und komplexer auftreten, während sie bei Katzen meist parasitär bedingt und von kurzer Dauer sind. Das Verständnis dieser Unterschiede ist sowohl für die Wahl der richtigen Behandlung als auch für die Verhinderung der Ansteckung im Haushalt von entscheidender Bedeutung.


Schlussfolgerung und Gesamtbewertung

Ohrenentzündungen (Otitis) sind bei Hunden eine häufige Erkrankung, die anfangs oft unbemerkt bleibt, aber unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Feuchtigkeit, Allergien, Parasiten und mangelnde Fellpflege sind meist die Hauptursachen. Wird die Infektion frühzeitig erkannt, lässt sie sich schnell und einfach behandeln; wird sie jedoch vernachlässigt, kann sie sich auf das Mittel- und Innenohr ausbreiten und zu dauerhaftem Hörverlust, Gleichgewichtsstörungen und sogar zu einer Ausbreitung auf die Hirnhäute (die Membranen, die das Gehirn umgeben) führen.

Ein erfolgreicher Behandlungsverlauf;

  • Veterinärmedizinische Intervention

  • Die Wahl des richtigen Medikaments

  • Regelmäßige Ohrreinigung

  • Ernährungs- und Immununterstützung

  • Dies ist möglich, wenn Faktoren wie die Therapietreue des Besitzers zusammenkommen.

Die Ohrengesundheit zu schützen, ist gleichbedeutend mit dem allgemeinen Wohlbefinden eines Hundes. Hundehalter sollten Ohrenentzündungen nicht nur als Krankheit, sondern als langfristige Verantwortung für die Gesundheit und Lebensqualität ihres Hundes betrachten. Mit regelmäßigen tierärztlichen Untersuchungen, guter Hygiene und Früherkennung lassen sich Ohrenentzündungen vollständig vermeiden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Frühe Diagnose = schnellere Genesung; Regelmäßige Nachsorge = Vorbeugung von Rückfällen; Bewusste Eigenverantwortung = gesundes Leben.

Schon das geringste Anzeichen von Geruch oder Unbehagen im Ohr Ihres Hundes bietet die Möglichkeit zum frühzeitigen Eingreifen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um nicht nur Ihrem Hund, sondern auch Ihnen als Besitzer ein beruhigendes Gefühl zu geben.

Ohrenentzündung beim Hund

Häufig gestellte Fragen (FAQ)


Was ist eine Ohrenentzündung beim Hund?



Ohrenentzündungen bei Hunden sind eine Entzündung, die durch Bakterien, Pilze oder Parasiten im Gehörgang verursacht wird. Sie können im Außen-, Mittel- oder Innenohr auftreten und unbehandelt zu Hörverlust führen.



Was verursacht Ohrenentzündungen bei Hunden?



Feuchtigkeit, Allergien, Ohrmilben, Fremdkörper, unzureichende Reinigung und übermäßige Haaransammlung sind die häufigsten Ursachen. Verminderte Luftzirkulation erhöht das Risiko, insbesondere bei Rassen mit Hängeohren.



Das Ohr meines Hundes riecht unangenehm, was könnte das bedeuten?



Ein übler Geruch deutet oft auf eine bakterielle oder Pilzinfektion hin. Bei gleichzeitigem braunem oder gelbem Ausfluss ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.



Was sind die Symptome einer Ohrenentzündung beim Hund?



Juckreiz, Kopfschütteln, Rötung, übler Geruch, Ausfluss, Schmerzen, Unruhe und Schiefhaltung des Kopfes sind die häufigsten Symptome. In fortgeschrittenen Fällen können Hörverlust und Gleichgewichtsstörungen auftreten.



Sind Ohrenentzündungen bei Hunden ansteckend?



Bakterielle und Pilzinfektionen sind im Allgemeinen nicht ansteckend. Parasitenbefall, wie beispielsweise Ohrmilbenbefall, kann jedoch auf andere Tiere übertragen werden.



Können Ohrenentzündungen bei Hunden auf Menschen übertragen werden?



Eine direkte Übertragung findet nicht statt. Allerdings können einige Mikroorganismen vorübergehend an Händen oder Gegenständen haften bleiben. Händehygiene nach der Reinigung ist daher wichtig.



Wie lange dauert es bei Hunden, bis Ohrenentzündungen ausheilen?



Leichte Infektionen heilen innerhalb von 2–3 Wochen aus. Bei Mittel- und Innenohrentzündungen kann der Heilungsprozess bis zu 6–8 Wochen dauern.



Können Ohrenentzündungen bei Hunden wiederkehren?



Ja. Allergien, chronische Feuchtigkeit, die Ohrstruktur und unzureichende Pflege erhöhen das Risiko eines erneuten Auftretens. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher unerlässlich.



Verursachen Ohrenentzündungen Schmerzen bei Hunden?



Ja, starke Schmerzen treten besonders häufig bei Mittel- und Innenohrentzündungen auf. Der Hund lässt sich nicht am Ohr berühren und legt den Kopf schief.



Mein Hund hat Ausfluss aus dem Ohr, was soll ich tun?



Dies deutet auf eine bakterielle oder Pilzinfektion hin. Ein Tierarzt sollte eine Probe entnehmen, um den Erreger zu identifizieren und das geeignete Medikament zu verschreiben.



Wie oft sollten Hundeohren gereinigt werden?



Sie sollte einmal wöchentlich kontrolliert werden. Bei Verschmutzungen, Geruch oder Ausfluss kann eine Reinigung mit tierärztlich zugelassenen Lösungen erfolgen.



Wie reinigt man die Ohren eines Hundes?



Die Lösung wird in den Gehörgang geträufelt, die Ohrbasis massiert und, nachdem der Hund den Kopf geschüttelt hat, die Außenseite mit einem weichen Tuch abgewischt. Wattestäbchen dürfen nicht verwendet werden.



Was kann man zu Hause gegen eine Ohrenentzündung tun?



Nur Sauberkeit und Hygiene können gewährleistet werden. Antibiotika oder Tropfen sollten nur auf tierärztliche Verschreibung angewendet werden; selbst hergestellte Mischungen können schädlich sein.



Können Welpen Ohrenentzündungen bekommen?



Ja. Ohrmilben und Pilzinfektionen kommen bei Welpen häufig vor. Medikamente sollten bei Welpen unter 8 Wochen nicht angewendet werden; regelmäßige Reinigung und tierärztliche Kontrollen sind notwendig.



Wie lange sollten Ohrentropfen bei Hunden angewendet werden?



Die Anwendung erfolgt üblicherweise über 10–14 Tage. Wird die Behandlung vorzeitig abgebrochen, kann die Infektion erneut auftreten.



Ist bei Hunden eine Operation aufgrund von Ohrenentzündungen notwendig?



In sehr fortgeschrittenen chronischen Fällen, die nicht auf Medikamente ansprechen, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Dies ist jedoch recht selten.



Ist der Hörverlust nach einer Ohrenentzündung dauerhaft?



Ist das Innenohr betroffen, kann dies dauerhaft sein. Das Hörvermögen kehrt in der Regel vollständig zurück, wenn Infektionen des Außen- und Mittelohrs frühzeitig behandelt werden.



Was ist Ohrpilz bei Hunden?



Sie wird durch eine übermäßige Vermehrung des Hefepilzes Malassezia pachydermatis verursacht. Symptome sind bräunlicher Ausfluss, Juckreiz und ein süßlicher Geruch. Die Behandlung erfolgt mit antimykotischen Tropfen.



Was soll ich tun, wenn mein Hund Blut im Ohr hat?



Dies könnte auf ein Trauma oder eine schwerwiegendere Infektion hindeuten. Vor jedem Eingriff ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich, da die Gefahr eines Trommelfellrisses besteht.



Welche Rassen neigen zu Ohrenentzündungen?



Rassen mit hängenden oder buschigen Ohren, wie beispielsweise Cocker Spaniels, Basset Hounds, Pudel, Golden Retriever und Labradors, sind gefährdet.



Sind bei Ohrenentzündungen Antibiotika erforderlich?



Ja, bei bakteriellen Infektionen. Antibiotika sind jedoch gegen Pilz- oder Parasiteninfektionen wirkungslos. Eine korrekte Diagnose ist für eine erfolgreiche Behandlung unerlässlich.



Wie sollte die Ohrenpflege nach einer Ohrenentzündung aussehen?



Wöchentlich sollten Ohrenkontrollen durchgeführt werden, die Ohren sollten nach dem Baden gründlich abgetrocknet werden und die vom Tierarzt empfohlenen Pflegeprodukte sollten regelmäßig verwendet werden.



Sind Ohrenentzündungen für Hunde gefährlich?



Ja. Unbehandelt kann sich die Infektion auf das Mittelohr und die Hirnhäute ausbreiten und zu Meningitis und dauerhaftem Hörverlust führen.



Wann ist bei einer Ohrenentzündung eine tierärztliche Notfallbehandlung erforderlich?



Wenn ein Hund ständig den Kopf gesenkt hält, Gleichgewichtsstörungen zeigt oder Augenzucken (Nystagmus) aufweist, benötigt er sofortige Aufmerksamkeit.



Wie kann man Ohrenentzündungen am besten vorbeugen?



Regelmäßige Reinigung, Allergiemanagement, Kontrolle der Luftfeuchtigkeit und die konsequente Durchführung eines Programms zum Schutz vor äußeren Parasiten sind die effektivsten Methoden.



Quellen

  • Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC)

  • Companion Animal Parasite Council (CAPC)

  • Amerikanische Veterinärmedizinische Vereinigung (AVMA)

  • Europäischer Wissenschaftlicher Rat für Parasiten bei Haustieren (ESCCAP)

  • Tierklinik Mersin Vetlife – Auf Karte öffnen: https://share.google/XPP6L1V6c1EnGP3Oc

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