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Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt? Ein wissenschaftlicher Leitfaden zur Unterscheidung von Männchen und Weibchen

  • Autorenbild: Veteriner Hekim Ebru KARANFİL
    Veteriner Hekim Ebru KARANFİL
  • 24. Dez. 2025
  • 19 Min. Lesezeit

Die wissenschaftliche Grundlage zur Bestimmung des Geschlechts von Welpen

Das Geschlecht von Welpen lässt sich durch das Verständnis der embryonalen Entwicklung und der Ausbildung der äußeren Geschlechtsorgane bestimmen. Obwohl die meisten Besitzer versuchen, durch einfaches Hochheben des Welpen und Betrachten seiner Geschlechtsorgane eine schnelle Einschätzung vorzunehmen, ist die Geschlechtsbildung tatsächlich das Ergebnis eines recht komplexen biologischen Prozesses. Daher ist das Verständnis dafür, wie und wann Unterschiede im frühen Welpenalter auftreten, die Grundlage für eine genaue Bestimmung.

Während der Embryonalentwicklung besitzen alle Welpen ähnliche rudimentäre Genitalstrukturen, bis die Geschlechtsdifferenzierung sichtbar wird. Diese rudimentäre Struktur besteht aus einer „bipotenten Gonade“, die sich entweder zu einem weiblichen oder einem männlichen Organ entwickeln kann. Der Chromosomensatz des Welpen während der Fetalperiode (XX oder XY) ist der Hauptfaktor, der bestimmt, ob sich die Gonaden zu Hoden oder Eierstöcken entwickeln. Das SRY-Gen auf dem Y-Chromosom löst die Hodenentwicklung aus; während der Hodenentwicklung werden Testosteron und das Anti-Müller-Hormon (AMH) freigesetzt. Diese Hormone führen zur Umwandlung der äußeren Geschlechtsorgane in die männliche Form.

Bei weiblichen Nachkommen entwickeln sich in Abwesenheit des SRY-Gens die Keimdrüsen zu den Eierstöcken, und die Müller-Gänge bilden Gebärmutter, Eileiter und Vagina. Die Entwicklung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane (Vulva, Klitoris und Damm) verläuft langsamer und allmählicher. Daher können die Geschlechtsorgane mancher weiblicher Nachkommen in den ersten Lebenswochen noch nicht vollständig ausgeprägt sein.

Diese wissenschaftlichen Prinzipien ermöglichen es uns, bei der Geschlechtsbestimmung nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch den Entwicklungszeitpunkt, hormonelle Einflüsse und das Auftreten früher oder später anatomischer Unterschiede zu verstehen. Fehlbestimmungen des Geschlechts, insbesondere im frühen Kindesalter, sind aufgrund dieser biologischen Ähnlichkeiten recht häufig. Daher erfordert eine korrekte Bestimmung Kenntnisse der Embryologie und der Wirkung von Hormonen.

Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt

Anatomie weiblicher und männlicher Welpen: Wichtigste Unterschiede

Die zuverlässigste Methode zur Geschlechtsbestimmung bei Welpen besteht darin, die Lage, die Abstände und die Formunterschiede der anatomischen Strukturen im Dammbereich zu untersuchen. Während die Geschlechtsunterschiede bei erwachsenen Hunden recht deutlich ausgeprägt sind, sind sie bei Welpen subtiler und erfordern insbesondere in den ersten zwei bis acht Lebenswochen eine sorgfältige Beobachtung.

Die Anatomie eines männlichen Welpen lässt sich leicht an der Lage der Penisöffnung (Präputialöffnung) an der Bauchunterseite erkennen. Diese Öffnung ähnelt einem durchsichtigen, runden Loch zwischen Nabel und After. Der Hodensack ist in den ersten Lebenswochen jedoch oft schwer vom Unterhautgewebe zu unterscheiden, da er noch nicht vollständig entwickelt ist. Der Hodenabstieg in den Hodensack beginnt zwischen der 4. und 8. Woche; bei manchen Welpen kann dies jedoch bis zu 10–12 Wochen dauern. Daher bedeutet das Fehlen von Hoden in jungen Jahren nicht zwangsläufig, dass der Welpe weiblich ist.

Bei weiblichen Welpen ist die Vulva ein vertikaler Schlitz direkt unterhalb des Afters. Diese Struktur unterscheidet sich deutlich von der Vorhautöffnung bei Rüden. Der Abstand zwischen Vulva und After ist bei Hündinnen wesentlich kürzer. Dieser Unterschied ist eines der zuverlässigsten Kriterien zur Geschlechtsbestimmung. Außerdem haben weibliche Welpen eine flache und glatte Unterseite; es fehlt ihnen die zentrale, abgerundete Öffnung wie bei Rüden.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der kürzere Abstand zwischen Bauchnabel und Penisöffnung bei männlichen Nachkommen; bei weiblichen verläuft diese Bauchlinie völlig gerade. Zudem tritt die Penislinie unter dem Bauch bei Männchen während des Wachstums deutlicher hervor, während sich bei weiblichen der Bereich zwischen Brustdrüsen und Vulva verkürzt und kompakter wird.

Das Verständnis dieser grundlegenden anatomischen Unterschiede ist entscheidend für die genaue Bestimmung des Geschlechts eines Welpen.

Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt

Wann wird das Geschlecht eines Welpen bestimmt? Die Entwicklung hängt vom Alter ab.

Bei Welpen lässt sich das Geschlecht oft direkt nach der Geburt bestimmen; einige anatomische Merkmale treten jedoch erst mit zunehmendem Alter deutlicher hervor. Daher variiert der Zeitpunkt, an dem das Geschlecht eindeutig erkennbar ist, je nach Alter. Wissenschaftlich gesehen ist es sinnvoll, diese Zeiträume in drei Abschnitte zu unterteilen: 0–2 Wochen, 2–8 Wochen und ab 8 Wochen.

0-2 Wochen alt (Neugeborene)

In dieser Phase sind die Geschlechtsorgane sehr klein, und das Bauchgewebe des Nachwuchses ist noch nicht vollständig entwickelt. Männchen besitzen zwar eine Penisöffnung, der Hodensack ist jedoch kaum sichtbar. Bei Weibchen ist die Vulva sehr klein und kann im Unterhautgewebe eingebettet sein. Daher kommt es in dieser Zeit am häufigsten zu Fehlbestimmungen des Geschlechts.

Zeitraum von 2 bis 8 Wochen (Entwicklungszeitraum)

Dieser Zeitraum ist der zuverlässigste Zeitpunkt zur Bestimmung des Geschlechts.

  • Bei Männern wird die Penisöffnung deutlicher.

  • Bei einigen Nachkommen beginnen die Hoden in den Hodensack abzusteigen.

  • Bei Frauen weist die Vulva ein deutlich schlitzförmiges Aussehen auf.

  • Der Abstand zwischen Anus und Genitalien ist das deutlichste Unterscheidungskriterium.

In diesem Alter kann das Geschlecht durch eine körperliche Untersuchung durch eine erfahrene Person mit nahezu 100%iger Genauigkeit bestimmt werden.

8 Wochen – 6 Monate (Entwicklung der Fortpflanzungsorgane)

Während dieser Zeit tritt bei männlichen Nachkommen aufgrund hormoneller Einflüsse der Hodensack deutlicher hervor, und die Hoden werden vollständig sichtbar. Bei weiblichen Nachkommen wächst die Vulva, und die anatomischen Merkmale nähern sich denen der Erwachsenen an. Obwohl der Hormonspiegel noch niedrig ist, sind die Unterschiede in den äußeren Geschlechtsorganen bereits sehr deutlich erkennbar.

6 Monate und darüber hinaus (Gesamte Entwicklungszeit)

Dies ist die Phase, in der die Geschlechtsunterschiede am deutlichsten ausgeprägt sind. Bei weiblichen Tieren vor der Brunst beschleunigt sich das Vulvawachstum; bei männlichen Tieren entwickeln sich Hodensack und Penis vollständig, begleitet von der Testosteronproduktion.

Das Verständnis dieser altersgerechten Entwicklungstabelle hilft, Fehleinschätzungen, insbesondere in der frühen Entwicklungsphase, zu vermeiden. Mithilfe dieser Tabelle lässt sich das Geschlecht eines Welpen sowohl körperlich als auch entwicklungsbedingt genau bestimmen.

Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt

Bestimmung des Geschlechts eines männlichen Welpen: Wissenschaftliche Kriterien

Um das Geschlecht männlicher Welpen genau zu bestimmen, sollten die anatomische Lage der äußeren Geschlechtsorgane unter dem Bauch, das Aussehen der Vorhaut, die Hodenentwicklung und der Dammabstand beurteilt werden; jedes dieser Merkmale stellt einen eigenständigen wissenschaftlichen Marker dar. Bei genauer Beobachtung werden die anatomischen Unterschiede bei männlichen Welpen deutlich, insbesondere im Alter zwischen zwei und acht Wochen.

Das auffälligste Merkmal männlicher Welpen ist eine kleine, runde Öffnung unter dem Bauch. Diese Öffnung ist die äußere Öffnung der Penisscheide, der sogenannte Präpus. Er befindet sich zwischen Nabel und Hinterbeinen, in einem Abstand von durchschnittlich 1–3 cm. Weibliche Welpen besitzen keine solche Öffnung unter dem Bauch; daher ist der Präpus ein eindeutiges und zuverlässiges Erkennungsmerkmal männlicher Welpen.

Der Hodensack ist das zweitwichtigste Merkmal zur Bestimmung des männlichen Geschlechts. Bei Neugeborenen liegen die Hoden im Bauchraum, und der Hodensack kann noch nicht prall erscheinen. Der Hodenabstieg beginnt in der Regel mit etwa vier Wochen und ist mit acht bis zwölf Wochen abgeschlossen. Daher sollte ein flacher Hodensack in den ersten Lebenswochen nicht zu einem Irrtum führen; ein Junge sollte nicht fälschlicherweise für ein Mädchen gehalten werden, nur weil die Hoden noch nicht sichtbar sind. Die Hoden können insbesondere zwischen der sechsten und zehnten Lebenswoche ertastet werden.

Bei männlichen Nachkommen ist der Perinealabstand (die Distanz zwischen Anus und Vorhaut) deutlich größer als bei weiblichen. Dieser größere Abstand ist einer der zuverlässigsten Parameter zur Unterstützung der Diagnose eines männlichen Nachkommen. Zudem ist die Entwicklung der Penislinie unter dem Bauch bei männlichen Nachkommen mit zunehmendem Alter ausgeprägter.

Bei manchen männlichen Welpen kann die Vorhaut aufgrund von überschüssigem Unterhautfettgewebe weniger gut sichtbar sein. Vorhaut und Peniskanal lassen sich jedoch im Rahmen der routinemäßigen klinischen Untersuchung durch Abtasten leicht ertasten. Dies ist bei kurzhaarigen Rassen besonders deutlich, erfordert bei langhaarigen Rassen jedoch sorgfältige Beobachtung.

Werden all diese Merkmale berücksichtigt, lässt sich das Geschlecht männlicher Welpen mit hoher Genauigkeit bestimmen. Entscheidend ist, dass das Fehlen von Hoden im frühen Entwicklungsstadium nicht automatisch bedeutet, dass der Welpe weiblich ist. Der primäre Bestimmungsfaktor für das Geschlecht sind nicht die Hoden, sondern das Vorhandensein der Vorhaut und die gesamte Anatomie.

Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt

Bestimmung des Geschlechts eines weiblichen Welpen: Wissenschaftliche Kriterien

Das wichtigste Kriterium zur Geschlechtsbestimmung weiblicher Welpen ist die Beobachtung der Vulva, die sich direkt unterhalb des Afters befindet. Die Vulva ist eine einlinige äußere Geschlechtsorganstruktur, die als vertikaler Schlitz erscheint. Bei weiblichen Welpen ist die Bauchunterseite völlig flach, und es gibt keine sekundäre Öffnung unterhalb des Nabels zu den Hinterbeinen. Dieses Merkmal unterscheidet sie anatomisch eindeutig von männlichen Welpen.

Bei weiblichen Welpen ist der Abstand zwischen Vulva und After deutlich kürzer als bei männlichen. Dieser Unterschied ist eines der zuverlässigsten Kriterien zur Geschlechtsbestimmung. Besonders im Alter zwischen zwei und acht Wochen spricht ein kürzerer Abstand stark für ein weibliches Geschlecht.

Bei jungen weiblichen Welpen kann die Vulva sehr klein erscheinen und tiefer im Unterhautgewebe liegen. Leichte Schwellungen oder überschüssiges Weichgewebe um die Vulva sind bei manchen Welpen normal. Mit fortschreitender Entwicklung gewinnt die Vulva an Volumen und erhält ein deutlicheres Aussehen.

Bei weiblichen Welpen ist die Bauchunterseite einlinig, da im Gegensatz zu Männchen keine Vorhautöffnung vorhanden ist. Dieser flache Bauch ist besonders bei guter Beleuchtung gut sichtbar. Außerdem besitzen weibliche Welpen niemals eine vorhautähnliche Struktur; dies ist eines der einfachsten Unterscheidungsmerkmale.

Manche Besitzer verwechseln die Zitzengruppe im Unterbauch weiblicher Welpen mit den Hoden männlicher Welpen. Die Zitzengruppe ist jedoch symmetrisch, zweireihig und verläuft entlang des Bauches; sie bildet keine sackartige Struktur wie den Hodensack. Daher hilft die Kenntnis der anatomischen Lage der Zitzengruppe, Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zuverlässigsten Anzeichen zur Bestimmung des Geschlechts eines weiblichen Welpen folgende sind:

  • Vorhandensein der Vulva und Auftreten eines vertikalen Schlitzes.

  • Der kurze Abstand zwischen Anus und Vulva.

  • Fehlen einer zweiten Genitalöffnung unterhalb des Abdomens

  • Flache Bauchlinie

Bei korrekter Anwendung dieser Kriterien lässt sich das Geschlecht weiblicher Welpen mit großer Leichtigkeit und Genauigkeit bestimmen.

Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt

Kryptorchismus (Hodenhochstand) und Fehlbestimmung des Geschlechts bei Welpen

Kryptorchismus, also das Ausbleiben des Hodenabstiegs in den Hodensack, ist eine der häufigsten Entwicklungsanomalien bei männlichen Welpen und führt oft zu Fehlbestimmungen des Geschlechts. Der Hodenabstieg erfolgt normalerweise zwischen der 4. und 8. Lebenswoche; bei manchen Rassen kann dieser Prozess jedoch bis zu 10–12 Wochen dauern. Daher bedeutet das Fehlen von Hoden im Hodensack in jungen Jahren nicht zwangsläufig, dass der Welpe weiblich ist.

Kryptorchismus wird auf zwei Arten klassifiziert:

  • Einseitiger Kryptorchismus

  • Doppelseitiger Kryptorchismus

Bei einseitigem Kryptorchismus wandert ein Hoden in den Hodensack, während der andere im Bauchraum oder Leistenkanal verbleibt. Dies führt zu einem einseitigen Völlegefühl im Hodensack. Bei beidseitigem Kryptorchismus ist keiner der Hoden in den Hodensack abgestiegen, und der Hodensack erscheint flach. In diesem Fall bestätigt das Vorhandensein durchgängiger Hoden das männliche Geschlecht; das Fehlen sichtbarer Hoden bedeutet nicht zwangsläufig, dass es sich um ein weibliches Geschlecht handelt.

Bei einem erheblichen Teil der Welpen mit Kryptorchismus entwickelt sich die Vorhaut normal. Daher bleibt die Penisöffnung unter der Bauchdecke der sicherste Indikator. Mit anderen Worten: Selbst wenn keine Hoden vorhanden sind, bedeutet das Vorhandensein einer Vorhaut, dass der Welpe männlich ist. Tierärzte können die Lage der Hoden bei diesen Welpen durch Abtasten der Bauchdecke oder per Ultraschall überprüfen.

Eine frühzeitige Diagnose des Kryptorchismus ist wichtig für die Gesundheits-, Verhaltens- und Familienplanung. Verbleibende Hoden im Bauchraum erhöhen das Risiko einer Tumorentwicklung im späteren Leben. Daher kann im Erwachsenenalter ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

Falsche Geschlechtsangaben erfolgen in der Regel aus zwei Gründen:

  1. Man hielt das Baby fälschlicherweise für ein Mädchen, weil die Hoden nicht sichtbar waren.

  2. Unerfahrene Züchter ignorieren den Abstand zum Perineum.

Um diese Fehler zu vermeiden, müssen die folgenden Kriterien klar verstanden werden:

  • Ist eine Vorhaut vorhanden, ist der Nachkomme männlich.

  • Die Hoden sind in den frühen Stadien möglicherweise nicht sichtbar.

  • Der Abstand zwischen den Perinei ist bei Männern größer und bei Frauen kürzer.

  • Das Erscheinungsbild der Strukturen kann sich bei untergewichtigen oder dicht behaarten Welpen verändern.

Obwohl Kryptorchismus die Geschlechtsbestimmung bei Welpen erschwert, kann das männliche Geschlecht durch eine sorgfältige anatomische Untersuchung und, falls erforderlich, eine klinische Untersuchung zuverlässig bestätigt werden.

Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt

Was sind die Ursachen für eine falsche Geschlechtsidentifizierung im frühen Kindesalter und wie kann diese verhindert werden?

Die falsche Geschlechtsbestimmung bei Welpen kommt recht häufig vor, insbesondere in den ersten Lebenswochen. Dies liegt vor allem daran, dass die äußeren Geschlechtsorgane in diesem Stadium klein und weniger deutlich ausgeprägt sind und sich ähneln. Eine falsche Geschlechtsbestimmung kann jedoch nicht nur auf anatomischen Ähnlichkeiten beruhen, sondern auch auf verschiedenen anderen Faktoren wie Umwelteinflüssen, dem Gewicht des Welpen, der Fellart und sogar der Erfahrung des Züchters.

Bei neugeborenen männlichen Welpen liegen die Hoden im Bauchraum, der Hodensack ist daher nicht deutlich sichtbar. Dies kann, insbesondere von unerfahrenen Personen, dazu führen, dass der Welpe mit einem Weibchen verwechselt wird. Andererseits scheint bei manchen Rassen die Vulva weiblicher Welpen unter der Haut zu liegen; auch dies kann zu Verwechslungen führen. Diese Ähnlichkeit ist in den ersten ein bis zwei Wochen am größten.

Die Felllänge des Welpen kann die Geschlechtsbestimmung erschweren. Bei langhaarigen Rassen ist eine genaue Untersuchung der Bauchunterseite schwierig; die dichte Behaarung schränkt die Sichtbarkeit des Genitalbereichs ein. Daher ist es für die Geschlechtsbestimmung entscheidend, das Fell korrekt zu trennen und den Bereich bei guter Beleuchtung zu untersuchen.

Auch Fettgewebe im Dammbereich kann zu Fehlinterpretationen führen. Bei übergewichtigen Welpen oder solchen, die in der Milch schnell wachsen, kann subkutanes Fettgewebe das Aussehen des Genitalbereichs beeinflussen, sodass die Vorhautöffnung bei Rüden weniger sichtbar und die Vulva bei Hündinnen kleiner erscheint.

Einer der gravierendsten Fehler ist der Versuch, das Geschlecht allein anhand der Hoden zu bestimmen. Das Fehlen sichtbarer Hoden bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Welpe weiblich ist. Dieser Fehler tritt besonders häufig im Alter von 4 bis 10 Wochen auf. In diesem Stadium sind der Abstand zwischen Damm und das Vorhandensein der Vorhaut unter dem Bauch die zuverlässigsten Kriterien.

Um eine fehlerhafte Geschlechtsmeldung zu vermeiden, sollte die Geschlechtsbestimmung auf folgenden Kriterien basieren:

  • Anatomische Untersuchung bei guter Beleuchtung.

  • Beurteilung der Vorhautöffnung im Abdomen.

  • Messung des Abstandsunterschieds zwischen Anus und Genitalbereich.

  • Untersuchung des vertikalen Schlitzes der Vulva.

  • Hodenuntersuchung durch Abtasten, falls erforderlich.

  • Tierärztliche Untersuchung in Verdachtsfällen.

Durch die Befolgung all dieser Schritte lässt sich die überwiegende Mehrheit der Fehler bei der Geschlechtsbestimmung vermeiden.

Wie man das Geschlecht eines Welpen bestimmt

Geschlechtsbestimmung mittels Ultraschall und tierärztlicher Untersuchung: Klinische Methoden

Während Beobachtungen im häuslichen Umfeld für die meisten Welpen ausreichend sind, lässt sich das Geschlecht in manchen Fällen nur durch eine klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren bestätigen. Eine tierärztliche Untersuchung ist besonders wichtig bei Verdacht auf Kryptorchismus, anatomische Anomalien, Intersexualität, verzögerten Hodenabstieg oder bei Rassen, bei denen die Geschlechtsorgane nicht deutlich sichtbar sind.

Tierärzte führen zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durch. Dabei werden die Vorhautöffnung unter dem Bauch, der Dammbereich, das Aussehen der Vulva und der Hodensack abgetastet. Die Palpation hilft festzustellen, ob sich die Hoden im Leistenkanal oder im Bauchraum befinden. Dieses Verfahren liefert wichtige Informationen, insbesondere bei Welpen im Alter von 6–10 Wochen.

Die Sonographie ist eine der genauesten klinischen Methoden zur Geschlechtsbestimmung. Sie ist sehr effektiv bei der Lokalisierung der Hoden im Bauchraum. Bei Verdacht auf Kryptorchismus kann die Sonographie feststellen, ob sich der Hoden in der Bauchwand, im Leistenkanal oder an einer anderen, ungewöhnlichen Stelle befindet. Sie kann auch die Struktur der intraabdominalen Geschlechtsorgane bei Erkrankungen wie Intersexualität (uneindeutiges Geschlecht) darstellen.

In seltenen Fällen kann eine genetische Geschlechtsbestimmung erforderlich sein. Die Bestätigung des XX- oder XY-Chromosomensatzes wird insbesondere bei intersexuellen Personen angewendet, deren äußeres Erscheinungsbild irreführend sein kann. Dieses Verfahren ermöglicht die Beurteilung der Übereinstimmung zwischen biologischem Geschlecht und äußeren Geschlechtsmerkmalen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der klinischen Untersuchung ist die präzise Interpretation von Entwicklungsprozessen. Tierärzte können den normalen Zeitpunkt des Hodenabstiegs, rassespezifische Unterschiede, hormonelle Einflüsse und Anzeichen von Entwicklungsstörungen fachkundig beurteilen. Daher gewährleisten klinische Methoden die eindeutige Geschlechtsbestimmung, insbesondere in Zweifelsfällen.

Eine klinische Untersuchung wird in folgenden Situationen dringend empfohlen:

  • Wenn die Hoden nach 12 Wochen nicht sichtbar sind

  • Wenn die Vorhautöffnung nicht signifikant ist

  • Wenn die Vulvastruktur abnormal erscheint

  • Bei Verdacht auf Intersexualität

  • Bei Traumata, Infektionen oder angeborenen Fehlbildungen im Genitalbereich

Diese Methoden ermöglichen eine genaue und wissenschaftlich fundierte Geschlechtsbestimmung bei Welpen.


Intersexualität und seltene Entwicklungsstörungen: Ambivalenz in sexuellen Beziehungen

Intersexualität, auch Hermaphroditismus genannt, ist eine seltene, aber schwerwiegende Entwicklungsstörung bei Welpen, die die Geschlechtsbestimmung erschwert. Sie kann durch Anomalien in der Chromosomenstruktur, der Hormonproduktion oder der Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane entstehen. Intersexuelle Tiere können Merkmale aufweisen, die sowohl männlichen als auch weiblichen Merkmalen ähneln, ihre Fortpflanzungsorgane sind jedoch nicht vollständig dem jeweiligen Geschlecht zugeordnet.

Intersexuelle Situationen lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen:

  • Chromosomale Intersexualität

  • Gonadale Intersexualität (Ovotestis oder unterentwickelte Gonaden)

  • Äußerer genitaler Intersex (Pseudohermaphroditismus)

Bei chromosomaler Intersexualität stimmt das genetische Geschlecht des Kindes nicht mit seinen äußeren Geschlechtsmerkmalen überein. Beispielsweise kann ein Kind mit einem XY-Chromosomensatz aufgrund eines Testosteronmangels weibliche äußere Geschlechtsmerkmale entwickeln. Bei gonadaler Intersexualität kann das Kind sowohl Eierstock- als auch Hodengewebe aufweisen. Dies kann sich bei der Palpation durch abnorme Verhärtungen oder unregelmäßige Strukturen bemerkbar machen.

Beim Pseudohermaphroditismus stimmt das genetische Geschlecht des Nachkommen mit seinen Keimdrüsen überein, seine äußeren Geschlechtsorgane ähneln jedoch denen des anderen Geschlechts. So kann beispielsweise ein genetisch männlicher Nachkomme äußere Geschlechtsorgane aufweisen, die weiblich erscheinen. Dies ist die häufigste Form der Intersexualität, bei der eine fehlerhafte Geschlechtsbestimmung vorliegt.

Bei intersexuellen Personen erfordert die Geschlechtsbestimmung mehr als nur die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane. Daher führt ein Tierarzt folgende Untersuchungen durch:

  • Die Ultraschalluntersuchung des Abdomens zeigt die Lage und Struktur der Gonaden.

  • Hormonprofil (Testosteron, Östrogen usw.)

  • Chromosomenanalyse

  • Morphologische Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane.

Diese Untersuchungen bestimmen das biologische Geschlecht des Nachwuchses, und es erfolgt eine langfristige Gesundheitsüberwachung. Bestimmte Intersexualitätsformen können später im Leben zu Harnwegsproblemen, Unfruchtbarkeit, Hormonstörungen oder Tumorentwicklung führen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.

Obwohl selten, verdeutlichen intersexuelle Fälle eindrücklich, dass das äußere Erscheinungsbild allein nicht immer ausreicht, um das Geschlecht zu bestimmen. Wissenschaftliche Untersuchungen, gegebenenfalls bildgebende Verfahren und Laboranalysen gewährleisten eine genaue Geschlechtsidentifizierung.


Gibt es geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede bei Welpen wirklich? Mythen und Fakten

Es herrscht die weitverbreitete Annahme, dass sich das Verhalten von Welpen je nach Geschlecht deutlich unterscheidet. Viele Hundehalter gehen von Welpenalter an davon aus, dass Hündinnen „sanftmütig“ und Rüden „aktiver“ sind. Diese Verallgemeinerungen entbehren jedoch einer wissenschaftlichen Grundlage. Tatsächliche Verhaltensunterschiede hängen eher mit der genetischen Veranlagung, Rassemerkmalen, Sozialisierung, Umwelteinflüssen und der Qualität der frühen Erziehung zusammen als mit dem Geschlecht.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Charakterentwicklung von Welpen in den ersten Lebensmonaten stärker durch Lernen und soziale Interaktion als durch Hormone geprägt wird. Die Welpenzeit (0–16 Wochen) ist eine entscheidende Phase, in der die Grundlagen für das Verhalten des Hundes gelegt werden. Erfahrungen in dieser Zeit beeinflussen den Charakter des erwachsenen Welpen stärker als sein Geschlecht.

Die Behauptung, männliche Welpen seien aktiver, ist nur teilweise richtig. Da der Testosteronspiegel bis ins späte Erwachsenenalter niedrig bleibt, ist das Verhalten männlicher Welpen nicht hormonell bedingt. Aktivität oder Aggressivität hängen vielmehr vom individuellen Temperament und dem rassespezifischen Phänotyp ab. So zeigt beispielsweise ein energiegeladener Border-Collie-Welpe unabhängig vom Geschlecht aktives Verhalten, während ein energieloser Shih-Tzu-Welpe, selbst wenn er männlich ist, ruhiger sein kann.

Es herrscht zudem die weitverbreitete Annahme, dass weibliche Welpen leichter zu erziehen seien. Dies ist jedoch eine Verallgemeinerung und aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht nicht allein zutreffend. Parameter wie Lerngeschwindigkeit, Aufmerksamkeitsspanne, soziale Motivation und Sensibilität gegenüber Umweltreizen sind nicht ausschließlich geschlechtsspezifisch, sondern hängen auch von individuellen Unterschieden und dem Erziehungsstil ab.

Bei Welpen zeigt sich der deutlichste Einfluss des Geschlechts auf Verhaltensunterschiede in der Pubertät, wenn hormonelle Veränderungen einsetzen. Bei Rüden kann ein erhöhter Testosteronspiegel zu Revierverhalten, Konkurrenzdenken und, bei manchen Rassen, zu einem stärkeren Beschützerinstinkt führen. Bei Hündinnen kann der Östruszyklus vorübergehende Unruhe und Verhaltensänderungen hervorrufen. Diese Verhaltensweisen sind jedoch typisch für spätere Lebensphasen und nicht nur für das Welpenalter.

Zusammenfassend lässt sich wissenschaftlich festhalten: Verhaltensunterschiede bei Welpen lassen sich eher durch Umweltfaktoren, genetische Veranlagung, Sozialisierung und die Qualität des Trainings erklären als durch das Geschlecht. Das Geschlecht spielt nur eine untergeordnete Rolle im Verhalten und ist insbesondere in der frühen Entwicklungsphase kein ausschlaggebender Faktor.

Das Geschlecht von Welpen zu Hause bestimmen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um das Geschlecht eines Welpen zu Hause sicher zu bestimmen, ist eine bestimmte Methode erforderlich. Viele Besitzer versuchen, dies mit einem flüchtigen Blick zu entscheiden; jedoch sind die richtige Position, die richtige Beleuchtung und eine systematische Beobachtung notwendig, um die anatomischen Strukturen genau zu erkennen. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung enthält die zuverlässigsten Methoden zur sicheren Geschlechtsbestimmung zu Hause.

Der erste Schritt besteht darin, den Welpen zu beruhigen. Ist er sehr aktiv, ist der Genitalbereich schlechter einsehbar, und das Risiko einer Fehlbeurteilung steigt. Legen Sie den Welpen daher auf eine weiche Unterlage, streicheln Sie ihn sanft, um ihn zu beruhigen, und bitten Sie gegebenenfalls eine zweite Person um Hilfe. Achten Sie darauf, dass Bauch und Dammbereich des Welpen während der Untersuchung sauber und trocken sind, um eine bessere Beobachtung zu ermöglichen.

Im zweiten Schritt wird die Bauchseite untersucht. Legen Sie den Welpen vorsichtig auf den Rücken und suchen Sie nach einer zweiten Öffnung unterhalb des Nabels. Befindet sich zwischen Nabel und Hinterbeinen eine runde Öffnung, handelt es sich um die Vorhaut, was auf einen männlichen Welpen hindeutet. Fehlt diese Öffnung am Bauch und verläuft unterhalb des Nabels eine durchgehende Hautlinie, spricht dies für einen weiblichen Welpen.

Im dritten Schritt wird der Abstand zwischen After und Scheideneingang gemessen. Dazu wird der Welpe in stehender oder leicht hockender Position gehalten und der Abstand zwischen After und Scheideneingang untersucht. Dieser Abstand ist bei männlichen Welpen größer. Bei weiblichen Welpen liegt die Vulva deutlich näher am After, und es ist ein deutlicher vertikaler Spalt erkennbar. Dieser Abstandsunterschied ist besonders im Alter zwischen zwei und acht Wochen ausgeprägt.

Der vierte Schritt besteht in der Beurteilung der Form der Geschlechtsorgane. Bei männlichen Nachkommen ist die Penisscheide eine runde Öffnung, und eine leichte Wölbung kann auf der Hautoberfläche ertastet werden. Bei weiblichen Nachkommen ist die Geschlechtsstruktur eine vertikale Linie, die sich oft recht nah am After befindet. Eine sorgfältige Untersuchung dieser Strukturen in einer gut beleuchteten Umgebung erhöht die Genauigkeit der Geschlechtsbestimmung.

Abschließend müssen Felllänge und Unterhautfettgewebe des Welpen untersucht werden. Bei langhaarigen Welpen kann das Fell die Sicht auf die Bauchunterseite verdecken, daher kann es nötig sein, das Fell leicht zur Seite zu scheiteln. Bei übergewichtigen Welpen kann Fettgewebe die Genitalorgane teilweise verdecken; in diesen Fällen ist das Abtasten die effektivere Methode.

Diese schrittweise Methode ermöglicht es sowohl unerfahrenen Tierhaltern als auch Züchtern, das Geschlecht ihrer Haustiere zu Hause sicher und genau zu bestimmen. Dieser systematische Ansatz ist besonders wertvoll, um Fehler in der Neugeborenenphase zu vermeiden.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab welchem Alter lässt sich das Geschlecht eines Welpen bestimmen?

Das Geschlecht eines Welpen lässt sich zwar von Geburt an bestimmen, doch ist die Fehlerquote in den ersten Lebenstagen aufgrund der noch sehr kleinen Geschlechtsorgane hoch. Hinweise darauf gibt es durch die Untersuchung des Abstands zwischen After und Geschlechtsöffnung sowie durch das Vorhandensein einer Präputium unter dem Bauch. Am zuverlässigsten ist die Bestimmung jedoch in der zweiten bis dritten Lebenswoche. In diesem Zeitraum tritt die Vulva bei weiblichen Welpen deutlicher hervor, und das Präputium wird bei männlichen Welpen besser sichtbar. Tierärzte können das Geschlecht mit der richtigen Beleuchtung und durch Abtasten sogar noch früher bestimmen.

Bedeutet das Fehlen sichtbarer Hoden bei Welpen, dass sie weiblich sind?

Nein, das Fehlen sichtbarer Hoden bei einem Welpen bedeutet nicht automatisch, dass er weiblich ist. Die Hoden wandern zwischen der 4. und 8. Woche vom Bauchraum in den Hodensack, bei manchen Welpen kann dies bis zu 10–12 Wochen dauern. Bei einem Hodenhochstand (Kryptorchismus) kann der Welpe männlich sein, auch wenn die Hoden nicht sichtbar sind. Daher sollte man in jungen Jahren nicht nur die Hoden betrachten, sondern auch das Vorhandensein der Vorhaut überprüfen.

Welche ist die zuverlässigste Methode, um das Geschlecht eines Welpen zu bestimmen?

Die zuverlässigste Methode ist die anatomische Beurteilung des Dammabstands und der Geschlechtsöffnungen unter dem Bauch. Männliche Welpen haben unterhalb des Nabels eine runde Öffnung, die Präpus genannt wird. Weibliche Welpen haben eine Vulva in Form eines vertikalen Schlitzes sehr nahe am After. Dieser Unterschied ermöglicht eine nahezu hundertprozentige Genauigkeit, insbesondere im Alter von 2 bis 8 Wochen. Bei manchen Rassen kann die Felldichte die Beurteilung erschweren, daher sind Licht und Abtasten wichtig.

Ist die Vulva bei weiblichen Welpen immer deutlich sichtbar?

Nein. Bei manchen weiblichen Welpen, insbesondere in den ersten ein bis zwei Wochen, kann die Vulva unter der Haut zurückgesetzt und sehr klein erscheinen. Das ist normal, und die Vulva wird mit der Zeit deutlicher sichtbar. Bei langhaarigen Rassen ist der Bereich um die Vulva aufgrund des Fells möglicherweise nicht sichtbar; in diesem Fall sollte das Fell vorsichtig gescheitelt werden, um dies zu überprüfen. Bei Unsicherheit wird eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt empfohlen.

Ist die Vorhaut bei männlichen Welpen immer gut sichtbar?

Nicht immer. Bei manchen Welpen kann die Vorhaut aufgrund von überschüssigem Fettgewebe unter dem Bauch weniger gut sichtbar sein. Dies kommt besonders häufig bei überfütterten oder schnell wachsenden Welpen vor. Ist die Vorhaut nicht deutlich erkennbar, kann die runde Penisöffnung durch Abtasten ertastet werden. Das Vorhandensein einer Vorhaut ist der stärkste Hinweis darauf, dass es sich um einen männlichen Welpen handelt.

Warum ist der Dammbereich bei Welpen wichtig?

Der Perinealabstand bezeichnet den Abstand zwischen Anus und Scheideneingang und ist eines der zuverlässigsten anatomischen Kriterien zur Geschlechtsbestimmung. Bei männlichen Nachkommen ist dieser Abstand größer; bei weiblichen liegt die Vulva sehr nah am Anus. Dieser Unterschied ermöglicht eine genaue Geschlechtsbestimmung bereits im frühen Kindesalter, wenn die Geschlechtsorgane noch nicht deutlich ausgebildet sind.

Wie kann ich feststellen, ob mein Welpe Kryptorchismus hat?

Bei Kryptorchismus wandern die Hoden nicht in den Hodensack ab und können im Bauchraum oder Leistenkanal verbleiben. Das Fehlen sichtbarer Hoden zu Hause kann auf Kryptorchismus hindeuten, die Diagnose muss jedoch von einem Tierarzt durch Abtasten und Ultraschall bestätigt werden. Das Vorhandensein einer Vorhaut zeigt eindeutig an, dass es sich um einen männlichen Welpen handelt; Probleme beim Hodenabstieg werden gesondert untersucht.

Wie häufig kommt es vor, dass das Geschlecht von Welpen falsch angegeben wird?

Die Verwechslung des Geschlechts kommt bei Welpen, insbesondere in den ersten zwei Wochen, recht häufig vor. Dies liegt an den kleinen und ähnlich aussehenden Geschlechtsorganen, der Felldichte, unzureichender Beleuchtung und unerfahrener Beobachtung. Auch ein verzögerter Hodenabstieg kann dazu führen, dass männliche Welpen fälschlicherweise für weiblich gehalten werden. Durch die Anwendung korrekter Methoden lässt sich die Fehlerquote deutlich reduzieren.

Warum ist es schwieriger, das Geschlecht von langhaarigen Welpen zu bestimmen?

Bei langhaarigen Rassen erschwert das Fell die Sicht auf die Bauchunterseite und den Genitalbereich. Dies kann bei männlichen und weiblichen Welpen zu Verwechslungen der anatomischen Strukturen führen. Das Fell sollte vorsichtig mit der Hand gescheitelt und die Untersuchung bei guter Beleuchtung durchgeführt werden. Bei sehr langhaarigen Welpen ist das Abtasten möglicherweise zuverlässiger als die visuelle Beurteilung.

Wie wird das Geschlecht eines Welpen durch Abtasten bestimmt?

Die Palpation ist die sanfte Untersuchung des Unterbauchs und der Leistengegend mit den Fingerspitzen. Bei männlichen Welpen ist die Vorhautöffnung als runde Struktur tastbar. Die Hoden sind als kleine, ovale Strukturen im Leistenkanal oder im Bauchraum zu ertasten. Bei weiblichen Welpen bestätigt die Palpation, dass die äußeren Geschlechtsorgane eine lange, dünne Linie bilden. Diese Untersuchung sollte vorsichtig und sanft durchgeführt werden.

Wann ist eine Ultraschalluntersuchung zur Geschlechtsbestimmung eines Welpen notwendig?

Eine Ultraschalluntersuchung ist insbesondere bei Verdacht auf Kryptorchismus, Intersexualität, Fehlbildungen der äußeren Geschlechtsorgane oder Hodenaplasie erforderlich. Sie zeigt die Lage der Keimdrüsen im Bauchraum und klärt, ob das äußere Erscheinungsbild dem biologischen Geschlecht entspricht. Die Untersuchung ist besonders hilfreich, wenn die Beobachtung zu Hause keine eindeutigen Ergebnisse liefert.

Woran erkennt man, ob ein Welpe intersexuell ist?

Bei intersexuellen Kindern sind die äußeren Geschlechtsmerkmale möglicherweise nicht eindeutig männlich oder weiblich. Beispielsweise kann ein Kind mit männlichen Chromosomen weibliche Geschlechtsmerkmale aufweisen. In solchen Fällen werden gegebenenfalls Ultraschalluntersuchungen, Hormonanalysen und Gentests durchgeführt. Intersexuelle Kinder sind selten, zählen aber zu den häufigsten Ursachen für eine falsche Geschlechtsbestimmung.

Was sind die häufigsten Faktoren, die zu Verwechslungen zwischen männlichen und weiblichen Welpen führen?

Zu den häufigsten Ursachen zählen: verzögerter Hodenabstieg, dichtes Fell, unzureichende Beleuchtung, Hyperaktivität des Welpen, fehlende Palpation, Vernachlässigung des Dammbereichs und angeborene Anomalien. Darüber hinaus erhöht die alleinige Geschlechtsbestimmung durch unerfahrene Züchter, die das Geschlecht anhand der Hoden bestimmen, die Fehlerquote.

Was ist das ideale Alter, um das Geschlecht eines Welpen zu bestimmen?

Der ideale Zeitraum liegt zwischen der zweiten und achten Lebenswoche. In dieser Zeit tritt bei Männchen die Vorhaut deutlicher hervor, und bei manchen Welpen werden die Hoden sichtbar. Bei Weibchen entwickelt sich die Vulva klar, und der Abstand zwischen After und Vulva lässt sich genau bestimmen. Die Geschlechtsbestimmung ist in diesem Alter noch recht ungenau.

Gibt es tatsächlich geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede bei Welpen?

Im Welpenalter gibt es keine signifikanten Verhaltensunterschiede. Geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede treten erst in der Pubertät und im Erwachsenenalter unter dem Einfluss von Hormonen auf. Im Welpenalter sind Sozialisation, Umwelt und genetische Veranlagung die wichtigsten Faktoren, die das Verhalten bestimmen. Daher hat das Geschlecht bei Welpen keinen Einfluss auf deren Verhalten.

In welchem Zusammenhang steht ein Plan zur Kastration eines Welpen mit der Geschlechtsbestimmung?

Bei weiblichen Welpen verringert die Kastration vor Beginn der Läufigkeit das Risiko von Mammatumoren. Bei Rüden sollte der Hodenabstieg überprüft werden, um Hodenerkrankungen und unerwünschtes Verhalten zu vermeiden. Daher ist die frühzeitige Geschlechtsbestimmung entscheidend für den richtigen Zeitpunkt der Kastration.

Warum ist es bei manchen Rassen schwieriger, das Geschlecht von Welpen zu bestimmen als bei anderen?

Bei manchen Rassen kann die Sichtbarkeit der Genitalorgane aufgrund der Felldichte, der Beschaffenheit der Bauchhaut, der Körpergröße oder anatomischer Besonderheiten eingeschränkt sein. Beispielsweise sind die Bauchstrukturen bei dicht behaarten Spitz- oder Chow-Chow-Welpen schwerer zu erkennen. Bei diesen Rassen sind Abtasten und tierärztliche Untersuchung zuverlässigere Methoden zur Beurteilung der Geschlechtsorgane.

Beeinflusst Übergewicht die Geschlechtsbestimmung bei Welpen?

Ja. Bei übergewichtigen oder schnell wachsenden Welpen kann subabdominales Fettgewebe die Sichtbarkeit der Genitalstrukturen beeinträchtigen. Dies kann insbesondere zu einem undeutlichen Erscheinungsbild der Vorhaut führen. In solchen Fällen ist eine Palpation und gegebenenfalls eine klinische Untersuchung vorzuziehen.

Gibt es bei intersexuellen Welpen irgendwelche Gesundheitsrisiken?

Bei intersexuellen Welpen können Fehlbildungen der Fortpflanzungsorgane das Risiko für Harnwegsprobleme, Unfruchtbarkeit, Hormonstörungen oder Tumore im späteren Leben erhöhen. Daher sind regelmäßige tierärztliche Untersuchungen für diese Welpen wichtig. Die genaue Geschlechtsbestimmung ist für eine effektive Gesundheitsvorsorge unerlässlich.

Ist es normal, dass die Vulva eines Welpen klein erscheint?

Ja. Besonders bei neugeborenen weiblichen Welpen unter zwei Wochen ist die Vulva sehr klein. Sie kann wie ein unter der Haut eingebettetes Gebilde wirken. Das ist völlig normal, und ihre Form wird sich in den folgenden Wochen deutlicher zeigen.

Ist es normal, dass der Penis eines Welpen nicht sichtbar ist?

Bei männlichen Welpen ist der Penis äußerlich nicht sichtbar; er befindet sich in einer Hautscheide, der Vorhaut. Daher ist es normal, dass der Penis nicht sichtbar ist. Nur die Öffnung der Vorhaut ist zu sehen. Manche Besitzer nehmen fälschlicherweise an, der Welpe sei weiblich, weil der Penis nicht sichtbar ist.

Worin unterscheidet sich die Harnröhrenöffnung bei weiblichen und männlichen Welpen?

Bei männlichen Nachkommen liegt die Harnröhrenöffnung innerhalb der Vorhaut und erstreckt sich zur Unterseite des Bauches. Bei weiblichen Nachkommen befindet sie sich innerhalb der Vulva. Daher ist die Lage der Harnröhrenöffnung ein entscheidendes Kriterium zur Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Nachkommen.

Was ist zu tun, wenn bei einem Welpen eine abnormale Genitalstruktur festgestellt wird?

Jegliche Fehlbildungen, ungewöhnliche Schwellungen, Fehlbildungen oder das gleichzeitige Vorliegen beider im Genitalbereich erfordern eine sofortige tierärztliche Untersuchung. Diese Zustände können auf Intersexualität, Kryptorchismus oder angeborene Anomalien hinweisen. Eine frühzeitige Untersuchung ist entscheidend für die langfristige Gesundheit.

Lässt sich das Geschlecht eines Welpen anhand von Verhaltensmerkmalen bestimmen?

Nein. Das Verhalten von Welpen ist nicht geschlechtsabhängig. Verhaltensmerkmale wie Aktivitätsniveau, Ruhe und Verspieltheit hängen vom individuellen Temperament und Umweltfaktoren ab. Das Geschlecht anhand des Verhaltens zu bestimmen, ist keine wissenschaftliche Methode.

Wann ist eine tierärztliche Untersuchung notwendig, um das Geschlecht eines Welpen zu bestimmen?

Eine tierärztliche Untersuchung ist immer dann erforderlich, wenn das Geschlecht zu Hause nicht bestimmt werden kann, die Hoden nicht sichtbar sind, die Genitalstrukturen unklar sind, der Verdacht auf Intersexualität besteht oder anatomische Auffälligkeiten festgestellt werden. Klinische Untersuchung, Palpation und Ultraschall ermöglichen eine eindeutige Geschlechtsbestimmung.


Quelle

  • Amerikanische Veterinärmedizinische Vereinigung (AVMA)

  • Europäisches Kollegium für Innere Medizin der Veterinärmedizin (ECVIM)

  • Merck Veterinärhandbuch

  • Tierklinik Mersin Vetlife – Auf Karte öffnen: https://share.google/XPP6L1V6c1EnGP3Oc

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